15 November 2017

Flammschutz für naturfaserverstärkte Kunststoffe

Ein guter Flammschutz wurde nach erfolgreicher Verkapselung des festen Flammschutzmittels erzielt, aber gleichzeitig kam es auch zu einer Schädigung der Fasern

Im Bausektor, im Automobilbereich und in der Elektroindustrie bleiben biogenen Verbundwerkstoffen bisher viele Einsatzmöglichkeiten verschlossen, da sie die gesetzlichen Vorschriften zum Brandschutz nicht erfüllen. Das liegt u. a. daran, dass eine entsprechende Flammschutzausrüstung biogener Verbundwerkstoffe schwierig ist und dass es kaum biogene Flammschutzmittel gibt.

Vor diesem Hintergrund haben sich das Institut für Innovation, Transfer und Beratung gGmbH (ITB) und die Bio-Composites And More GmbH (B.A.M.) in Kooperation mit weiteren Unternehmen der Aufgabe gestellt, biogene Flammschutzmittel zu finden und diese so in naturfaserverstärkte Kunststoffe einzuarbeiten, dass die höchste Brandschutzklassifizierung für Kunststoffe (UL 94 V-0) erfüllt wird.

Als biogenes Flammschutzmittel haben die Projektpartner ein Produkt genutzt, das bereits am Markt erhältlich ist, und zwar in Pulver- als auch in flüssiger Form. Als Naturfasern wurden Hanffasern, Roggenstroh und Holzmehle eingesetzt. Die duroplastische Matrix beruht auf einem Leinöl-basierten Epoxydharz.

Ein guter Flammschutz wurde nach erfolgreicher Verkapselung des festen Flammschutzmittels erzielt, aber gleichzeitig kam es auch zu einer Schädigung der Fasern. Durch die Änderungen bei der Flammschutzmittel-Formulierung konnten diese Schäden reduziert werden. Letztlich waren die Projektpartner in der Lage, einen Verbundwerkstoff aus Naturfasern und einem überwiegend biogenen, duroplastischen Harzsystem mit einem biogenen Flammschutzmittel ausrüsten. Aus diesem Halbzeug konnten sie Formteile für Leuchtröhren herstellen, die die gesetzlichen Brandschutzanforderungen erfüllen.

Source: Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Pressemitteilung, 2017-11-06.

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