19 März 2004

Flachs, US-Dollar und Euro-Raum

Die Preise für Langflachs sind in den vergangenen Monaten September bis Februar kräftig unter Druck geraten. Der Grund dafür lag zum wesentlichen Teil in einem heftigen Dollarverfall gegenüber dem Euro. Mehr als 70% des in der EU erzeugten Langflachses wird in teils sehr lang laufenden Kontrakten in den Dollarraum exportiert und auch in Dollar bezahlt. Insoweit ist es angesichts eines Dollarverfalls von im Maximum 17% zwischen September und Januar/Februar nicht weiter verwunderlich, dass die Langfaserpreise zeitweise auch mindestens in dieser Größenordnung nachgegeben haben. Dem flottem Abfluss der verschwungenen Fasern tat dies keinen Abbruch, ein größerer Lageraufbau fand nicht statt. Dies ist angesichts des ernte- und qualitätsbedingt extrem hohen Faseraufkommens durchaus erfreulich – niemals in den letzten 30 Jahren sind so große Fasermengen so problemlos vom Markt aufgenommen worden.

Auf der anderen Seite verwundert, dass die aus dem Dollarraum rückgelieferten Zwischen- und Endprodukte nicht in analoger Weise billiger werden. Das Potenzial dafür wäre sicher vorhanden, allerdings hat man es auf der Faserseite eben wohl eher mit einem Angebots- und Nachfrageoligopol zu tun, während es sich auf der Fertigwarenseite sicher um Polypole handelt. Tatsächlich bleiben Garne einigermaßen stabil, während für Standardstoffe um etwa 4 bis 6% höhere Preise gezahlt werden müssen – allerdings bei verbesserter Qualität.

Source: www.flachs.de vom 2004-03-18.

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