11 September 2003

Flachs: Nervenkitzel auf dem Acker – Tauröste 2003

Die Tauröstsaison 2003 wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben: selten zuvor konnte nach einer frühen Aussaat so zeitig mit dem Raufen begonnen werden. Die Hoffnungen auf ein ebenso frühes Ende der Erntekampagne wurden jedoch enttäuscht. Die extreme Trockenheit in Juli und August verhinderte jeglichen Röstfortschritt. Ohne eine vorherige Auslaugung der Stängel durch Regen hatte der gelegentliche morgendliche Tau keinen weiteren Effekt.

Im Extremfall dauerte es 7 Wochen, bis ein merklicher Röstfortschritt einen ersten Wendevorgang rechtfertigen konnte. Ob und in wie weit es zu einer Faserschädigung in den oberen Strohschichten aufgrund einer UV-“Überdosierung” kam, bleibt abzuwarten.

Etwas ausgiebigere Regenfälle Ende August bei immer noch akzeptablen Temperaturen sorgten für einen deutlichen Röstfortschritt, der auf ertragsstärkeren Teilflächen (d.h. solchen mit einem sehr dicken Schwad) zunächst zu ausgeprägten Inhomogenitäten führten. Diese Inhomogenitäten konnten durch teilweise dreimaliges Wenden weitgehend ausgeglichen werden.

Die lange Dauer der Röste ließ es opportun erscheinen, zumindest diejenigen Flächen, welche ohnehin Qualitätsmängel – sei es durch Lager, ungleichmäßigen Bestand oder unzureichende Bestandesdichte – aufwiesen, vor dem Erreichen der vollständigen Röstreife aufzupressen. Auf diese Weise konnte der Augenmerk auf Erfolg versprechendere Partien gelegt werden. Offenbar zu recht – wie die ersten Probeschwingungen vermuten lassen.

Source: www.flachs.de vom 2003-09-10.

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