14 Mai 2003

Flachs: Nachtfrost und Trockenheit führen zu dünneren Beständen

Zwar führten die Regenfälle der vergangenen Woche zu einer Entspannung des Wasserhaushaltes, die Erwartungen an die Faserqualität des Jahres 2003 müssen jedoch definitiv reduziert werden.

In der letzten Aprilwoche haben Niederschlagsmengen von 30 bis 45 mm in allen Anbauregionen Westeuropas zu einer spürbaren Entspannung auf den Flachsfeldern geführt. Diese Niederschläge fielen bis auf wenige Ausnahmen als milde Landregen. In Einzelfällen mussten allerdings auch Starkregen mit einer Verschlämmung der Bodenoberfläche und nachfolgender Krustenbildung beobachtet werden. Einzelne stark ausgefrorene Flächen (Größenordnung 1.500 ha) sind neu ausgesät worden. Insgesamt haben etwa 10.000 ha unter den Frösten gelitten und an Bestandesdichte eingebüßt.

Noch bedeutsamer ist der Umfang derjenigen Flächen, bei denen aufgrund der Trockenheit nach der Quellung der Samen diese zum Teil vertrocknet sind, noch bevor sie die Erdoberfläche durchbrechen konnten; daraus resultiert ein teilweise beträchtlicher Rückgang der Bestandesdichte auf Werte unter 1300 Pflanzen je qm.

Auf sehr vielen Flächen ist zudem ein zweiter und teilweise dritter Auflauf zu beobachten: durch die Trockenheit ist ein Teil der Samen zunächst nicht gekeimt und läuft nun nachträglich auf. Hier werden zwar nominell die gewünschten Bestandesdichten erreicht, jedoch ist aufgrund des Wachstumsvorsprunges der ersten Auflaufwelle die Homogenität des Bestandes und damit ein wichtiger Pfeiler für die Produktion von hochqualitativem Flachs zerbrochen.

(Vgl. Meldung vom 2003-04-23.)

Source: Pers. Mitteilung von E. Heger vom 2003-05-09.

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