5 Dezember 2006

Flachs: Der Langfasermarkt bewegt sich

CELC Kongress in Prag gibt Übersicht über Ernte 2006

Unter der Fülle der in den verschiedenen Sektionen der CELC auf ihrem jährlichen Kongress diskutierten Fragen erfreuen sich zwei ganz besonderer Aufmerksamkeit: Wie war die Ernte und wie entwickeln sich die Preise? Dass die Ernte 2006 hinsichtlich Menge und Qualität deutlich geringer ausfallen würde als im Vorjahr, stand nach der missglückten Erntekampagne bereits im September fest.

Statt der im Vorjahr von ca. 120.000 ha geernteten 160.000 t Langflachs sind in diesem Jahr von ca. 100.000 ha Anbaufläche kaum mehr als 110.000 t Langflachs zu erwarten. Ein weiterer Unterschied liegt in der Faserqualität: bot das Vorjahr noch überwiegend in mittlere und gute Qualitäten, wird für das laufende Jahr von einer Drittelung der Menge in gute Langfaser (hell und fest), mittlere bis mindere (blau und weich) und schlechte (dunkel, überröstet) Qualitäten ausgegangen.

Die Versorgung der überwiegend asiatischen Leinenspinnereien kann jedoch als absolut gesichert gelten, zumal noch Überhänge aus dem Vorjahr von mehr als 40.000 t am Markt verfügbar sind.

Durch die nun wieder zusammen laufende Schere von Angebot und Nachfrage ist eine deutliche Preissteigerung für Langfasern zu beobachten, die allerdings mit etwa 25% je Mengeneinheit die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Produktionskosten bei weitem nicht ausgleicht. Dazu wären vor allem für die nördlichen Anbaugebiete bis zu 40% Preissteigerung erforderlich.

Dies führt dazu, dass die Flachsanbaufläche im Frühjahr 2007 weiter zurückgehen wird, da viele Flachsanbauer in derzeit gut bezahltem Getreide oder Energiepflanzen ökonomisch interessante Alternativen zu Flachs sehen und dies bei ihrer Anbauplanung für Winterfrüchte bereits berücksichtigt haben.

Deutlich ruhiger als am Langfasermarkt geht es bei der Kurzfaser zu: zwar müssen für hochwertige textile und technische Anwendungen deutliche Preisaufschläge notiert werden, jedoch sollten die Faserpreise für Vliese bzw. für Formpressteile vergleichsweise stabil bleiben.

Dies hängt zum einen mit einer im Vergleich zu Langfasern geringeren Sensitivität der Spinnereien bezüglich Faserqualität zusammen und zum anderen mit dem zu erwartenden relativ hohen Kurzfaseranteil bei der Langfaserproduktion aufgrund des weit ausgerösteten bzw. überrösteten Flachsstrohs.

Insgesamt wird einschließlich Läger zu Saisonbeginn ein Kurzfaseraufkommen von etwa 90.000 t erwartet, welches sowohl textile als auch technische Verwendungen abdecken werden kann.

(Vgl. Meldung vom 2006-09-06.)

Source: Flachs.de vom 2006-12-04.

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