28 Juni 2004

Finanzierung von Biogasanlagen aktuelles Thema bei Banken und Sparkassen

65 Kundenbetreuer bei Veranstaltung von C.A.R.M.E.N. und FachverbandBiogas

C.A.R.M.E.N., die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe sowie die Regionalgruppen Niederbayern und Oberpfalz des Fachverbandes Biogas e.V., führten am 23. Juni 2004 ein Seminar zur “Finanzierung von Biogasanlagen” für Gewerbekundenbetreuer von Banken und Sparkassen durch. 65 Mitarbeiter von Kreditinstituten informierten sich im Straubinger Schulungs- und Ausstellungszentrum (SAZ) über den wirtschaftlichen Betrieb von Biogasanlagen.

“Die Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) lässt einen Boom beim Bau von Biogasanlagen erwarten, damit verbunden sind entsprechende Anfragen zur Finanzierung bei Kreditinstituten”, fasste C.A.R.M.E.N.-Projektmanager Robert Wagner das große Interesse an diesem aktuellen Thema zusammen. Fachleute führen diese Prognose darauf zurück, dass kleinere Anlagen finanziell besser gestellt werden sollen und zudem dann eigens für die Biogasanlage angebaute Nachwachsende Rohstoffe kostendeckend vergütet werden. So können auch Ackerbaubetriebe, die nicht auf Viehwirtschaft ausgerichtet sind, wirtschaftlich zu betreibende Biogasanlagen errichten.

Dr. Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas e.V. aus Freising, präsentierte als Seminareinstieg “Makroökonomische Rahmenbedingungen von Biogasanlagen”. Als tatsächlichen Nutzen der Biogastechnologie – deren Potenzial heute erst zu weniger als ein Prozent genutzt wird – nannte er neben einer CO2-neutralen Energieversorgung die Einsparung von Mineraldünger durch Düngewertverbesserung sowie verringerte Geruchsemissionen und die regionale Wertschöpfung. Nassgärungsverfahren von Rindergülle, Kartoffelschlempe, Silomais und anderen Substraten sowie Voraussetzungen und Eckdaten für die Stromvergütung über das EEG stellte da Costa Gomez ebenfalls vor.

Anschließend ging Projektmanager Robert Wagner auf die “Konzeption und Auslegung von Biogasanlagen” ein. Er beschrieb zunächst die Bestandteile von Biogas (Methan, Kohlendioxid, Spurengase) und verschiedene Anlagentypen. Wie man eine Ertragsberechnung durchführt, die Anlagenauslastung errechnet, einen geeigneten Standort findet und was für eine Baugenehmigung zu beachten ist, erläuterte Wagner anhand von Faustzahlen, Formeln und Beispielen. Zudem teilte er einen Checklistenentwurf an alle Teilnehmer aus.

Der Entwurf wurde von Walter Danner, Gottfried Göschl (beide Regionalgruppe Niederbayern Fachverband Biogas e.V.) sowie C.A.R.M.E.N. erarbeitet und soll Banken sowie Sparkassen die Prüfung von Kreditanträgen für Biogasanlagen erleichtern. Sobald die überarbeitete Checkliste vorliegt, steht sie zum Download im Internet unter http://www.carmen-ev.de frei zur Verfügung.

Walter Danner von der Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbandes Biogas e.V. aus Ruhstorf, stellte “Eckdaten für eine wirtschaftliche Kalkulation von Biogasanlagen” vor. Da ein Landwirt, der eine Biogasanlage baut, dies für gewöhnlich zum ersten Mal macht, fehlt ihm das Know-how. Das EEG mit einem auf 20 Jahre garantierten Strompreis bietet eine in der Landwirtschaft bislang nicht gekannte Kalkulationssicherheit. Wichtig ist, Investitionen lückenlos zu erfassen. Neben allen Bestandteilen der Biogasanlage gehören auch die Transporttechnik, die Infrastruktur und die Anlaufkosten bis zum reibungslosen Betrieb einer Anlage in die Berechnung.

Einnahmen durch Stromeinspeisung und Biogasausbeute werden häufig überschätzt, Betriebskosten, Substratqualität und Schwankungen in der Biogasausbeute bei Kalkulationen dagegen häufig unterbewertet. Finanzielle Sicherheitsspielräume sind erforderlich, betonte Danner. Diese können z.B. durch Biomasseproduktion auf Eigenflächen mittels neuer Sorten und Anbauverfahren sowie den Einsatz von modernen Blockheizkraftwerken mit höheren elektrischen Wirkungsgraden geschaffen werden.

Abschließend berichtete Gottfried Göschl als Gesellschafter der Altmann, Bauer, Eberhard, Göschl GbR in Ettling, über die Finanzierung und den Betrieb einer Gemeinschaftsanlage aus Sicht eines Praktikers.

Infos:
C.A.R.M.E.N. e.V.
Robert Wagner
Schulgasse 18
94315 Straubing
Tel.: 09421-960-300
Fax: 09421-960-333
E-Mail: rw@carmen-ev.de

Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbandes Biogas e.V.
Walter Danner
Haberskirchner Str. 16
94436 Ruhstorf
E-Mail: w.danner@t-online.de

Source: Pressemitteilung des C.A.R.M.E.N. e.V. vom 2004-06-28.

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