7 Juli 2005

Faser-Forschung für Krauss-Maffei und Berstorff

An der Entwicklung neuer, maßgeschneiderter Materialsysteme zur Compoundierung von Naturfasern und Kunststoffen auf Extrudern forscht derzeit das Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik in Halle (IWMH).

Der Etat des Projektes, an dem die Wissenschaftler seit Ende vergangenen Jahres zusammen mit Entwicklern von Krauss-Maffei und Berstorff arbeiten, beträgt 1,1 Mio. EUR. Ziel ist, optimale Anlagenkonfigurationen für die ZE-Baureihe zu finden und neue Anwendungsfelder auf dem Gebiet der Naturfaser-Kunststoff-Verbunde zu erschließen.

Großer Markt in USA und Japan

Diese Werkstoffe haben in den letzten Jahren insbesondere in den USA und Japan einen riesigen Markt erobert. Derzeit finden pro Jahr über 500.000 Tonnen der Verbunde als Fassadenelemente, Terassenböden, Gartenzäune ihre Anwendung. Produkte aus Naturfaser-Kunststoff-Verbunden, insbesondere mit einem hohen Anteil an Naturfasern, weisen gegenüber den reinen Kunststoff-Produkten einen niedrigeren Preis und ein “Holzfeeling” wie echte Holzprodukte auf.

Innovativer Injection Moulding Compounder

Der von Krauss-Maffei entwickelte, in Europa einzigartige “Injection Moulding Compounder” (IMC) besitzt eine innovative Spritzgusstechnologie, mit der die Verarbeitungsschritte von den Ausgangsmaterialien Polymere, Faserstoffe und Additive über die Herstellung homogener Schmelzen bis zum Spritzgussteil “inline” in einem Schritt erfolgen, das heißt in einem einzigen durchgängigen technologischen Schritt. Die IMC vereinigt daher einen gleichlaufenden Doppelschneckenextruder für die Verbundmaterialherstellung mit einer Spritzgießeinheit.

Vorteile durch Direktverarbeitung

Dieses innovative Konzept der “Direktverarbeitung” weist zahlreiche Vorteile gegenüber der konventionellen Spritzgussverarbeitung auf, die ein in einem separaten Verarbeitungsschritt hergestelltes Granulat aus den Ausgangsmaterialien Polymere, Faserstoffe und Additive erfordert, und stellt derzeit die modernste Technologie auf diesem Gebiet dar. Im Mittelpunkt der Kooperation stehen deshalb Untersuchungen an den unterschiedlichen Ausgangsmaterialien.

(Vgl. Meldung vom 2005-07-01.)

Source: K-Zeitung online vom 2005-07-05.

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