22 Juli 2009

FARMAGAS: Biogaswissen für die neuen EU-Länder

Nachfolgeprojekt von EU-Projekt AGROBIOGAS mit Fokus auf Reststoffen

In Europa lassen Landwirte und Agrarbetriebe Reststoffe aus der Verarbeitung häufig noch kostenpflichtig entsorgen. Dabei geht ein großes Energiepotential verloren. Um den Zugang zu aussagekräftigen Informationen über die Herstellung von Biogas und die fallspezifische Kalkulationen zu vereinfachen, hat das ttz Bremerhaven zusammen mit Unternehmen, Betreibern von Biogasanlagen, Forschungspartnern und Verbänden in dem Projekt Agrobiogas eine multifunktionale Plattform und flexible Rechenmodelle geschaffen.

Welches Substrat bringt den besten Output in der <br />Biogasproduktion, welche Kapazitäten sind an <br />bestimmten Standorten sinnvoll? Entscheidungs-<br />hilfe bei diesen Fragen sollen Landwirte in <br />Osteuropa durch Kalkulationsmodelle und Daten-<br />banken der FARMAGAS-Partner erhalten.”></td>
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Biogasproduktion, welche Kapazitäten sind an
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Osteuropa durch Kalkulationsmodelle und Daten-
banken der FARMAGAS-Partner erhalten.

In einer Datenbank wurden zahlreiche Ergebnisse praktischer Tests sowie Beispielrechnungen von Anwendungsfällen zusammen getragen. Das Nachfolgeprojekt FARMAGAS sollen nun auch den in der Biogasproduktion bislang noch unterrepräsentierten neuen EU-Ländern diese Informationen nahe bringen. Aufgrund ihrer landwirtschaftlichen Prägung liegt in diesen Anwendungsmöglichkeiten viel Potential für sie, und die vermehrte Nutzung regenerativer Energien entlastet die CO2-Bilanz Europas.

Eine nachhaltige und lohnende Methode für die Herstellung von Biogas ist durch verschiedene Faktoren gekennzeichnet und setzt prozesstechnisches Know-how voraus – Substrat, Umsetzung und Ergebnis müssen in Balance zueinander stehen. Durch gezielten Wissenstransfer soll das im Förderprogramm Intelligent Energy Europe (IIE) kofinanzierte Projekt FARMAGAS die Verbreitung der anaeroben Vergärung von Reststoffen aus landwirtschaftlichen Betrieben in Osteuropa fördern. Biogasprofil, pH-Wert und die regionale Verfügbarkeit von Ressourcen bestimmen die Wahl des Substrats. Mit einer frei verfügbaren Software wird die planvolle Abstimmung dieser Faktoren erleichtert. Da die Daten im Zuge von praktischen Testreihen ermittelt wurden, liefern sie aussagekräftige Empfehlungen für potentielle Anwender. Die Entscheidungsfindung kann durch Handlungsrichtlinien und eine Investitionskalkulation erleichtert werden. Diese Materialien wurden in dem Projekt Agrobiogas erarbeitet, das durch Trainingsmaßnahmen in den beteiligten EU-Ländern den Know-how-Transfer sicherstellte.

Eine Kerngruppe aus diesem erfolgreich abgeschlossenen Projekt wird nun unter der Leitung des ttz Bremerhaven die Ergebnisse auch für Polen, Rumänien und Ungarn zugänglich machen. Landwirtschaftsverbände aus diesen Ländern verstärken das Konsortium und bilden die Brücke zu den Produzenten. “Der direkte Anschluss des FARMAGAS-Projekt an AGROBIOGAS stellt sicher, dass die Zielländer Zugang zu aktuellsten Erkenntnissen bekommen und den Aufbau einer dezentralen Biogasproduktion damit von Anfang an auf ein tragfähiges Fundament stellen. Bei der Struktur dieser Länder ist die Erschließung der Potentiale von erneuerbaren Energien ein wichtiger Faktor für weiteres, nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum”, so Dr. Gerhard Schories, wissenschaftlicher Leiter des Projektes am ttz Bremerhaven. Momentan hat die Biogasproduktion in diesen Ländern einen der niedrigsten Werte in Europa.

Das Konzept der anaeroben Vergärung landwirtschaftlicher Reststoffe kann bestehende Entsorgungsprobleme lösen und Landwirten in strukturschwachen Regionen zugleich neue Einkommensquellen erschließen. “Mit FARMAGAS wollen wir den Rahmen für eine nachhaltige Biogasproduktion schaffen und den Landwirten die Möglichkeiten, ihre Situation zu verbessern, vor Augen führen. Auch politische Entscheidungsträger sollen die Potentiale sauberer, erneuerbarer Energien stärker wahrnehmen und mittelfristig gute Ausgangsbedingungen dafür schaffen”, resümiert ttz-Projektleiterin Dr. Anne Berghoff die Ziele des Konsortiums. Im ersten Jahr des Projektes sollen Trainingsmaterialien für Transfer-Workshops in Osteuropa ausgearbeitet werden. Das zweite Jahr der Laufzeit stellt dann den Know-how-Transfer in den Mittelpunkt. Die Verbände werden dabei die Funktion des Türöffners in Polen, Rumänien und Ungarn übernehmen. Anschließend sollen die Ergebnisse auch in weiteren EU-Ländern mit vergleichbaren landwirtschaftlichen Strukturen verbreitet werden.

Weitere Informationen

Source: ttz Bremerhaven, Pressemitteilung, 2009-07-13.

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