14 Juli 2005

FAL Trenthorst schult Landwirte auf Rapsöl-Treibstoff

Pflanzenöl vom eigenen Hof als Alternative zur Ölpreisexplosion!

Wer heutzutage auf Autofahrten angewiesen ist, wird an den Tankstationen zunehmend ärmer. Nahverkehrsunternehmen, Taxis und Speditionen stöhnen unter dem fatalen Preisdruck. Landwirte allerdings könnten sich kurzfristig eine Alternative zu den teuren fossilen Kraftstoffen schaffen: Pflanzenöl vom eigenen Hof.

Kürzlich haben Experten des bundeseigenen Instituts für ökologischen Landbau (FAL) im Westerauer Ortsteil Trenthorst interessierte Landwirte aufgeklärt, wie sie ihre Traktoren und Mähdrescher für den Betrieb mit Rapsöl vom eigenen Acker umrüsten können.

“Pflanzenöl wird immer noch mit Biodiesel verwechselt”, erklärt FAL-Wissenschaftler Marten Paulsen. Pflanzenöl wird durch einfaches Abpressen der Ölsaaten gewonnen. Erst, wenn das Öl nach dem Pressen noch chemisch zu Rapsmethylester umgewandelt werde, sei es Biodiesel.

Bevor ein Schlepper mit reinem Rapsöl fährt, ist allerdings eine Umrüstung erforderlich, denn das Öl ist viel zähflüssiger als Diesel. In der Erprobung sind derzeit zwei Verfahren. Das eine benötigt zwei Tanks: In einem ist herkömmlicher Diesel, um den Motor zu starten. Wenn dieser warm ist, wird auf den Rapsöltank umgeschaltet. Anders beim Eintanksystem: hier werden die Einspritzdüsen elektrisch beheizt, um das Öl dünnflüssiger und damit zündwilliger zu machen.

Olaf Schädlich vom Verein Freunde und Förderer des FAL kündigte eine Studie an, welche die Vermarktungs- und Nutzungschancen der Pflanzenöl-Treibstoffe feststellen soll. “Rapsöl ist nicht nur ein preisgünstiger Kraftstoff für eigene Fahrzeuge, der Verkauf könnte Bauern neue Verdienstmöglichkeiten bieten”, ist er überzeugt. Immerhin: Ein Liter Rapsöl kostet nur rund 60 Cent.

(Vgl. Meldungen vom 2005-07-06 und 2005-06-02.)

Source: Hamburger Abendblatt vom 2005-07-14.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email