28 August 2006

Färberwaid: Von der Kriegsbemalung zum Krebskiller

Italienische Forscher weisen hochdosiertes Glucobrassicin in Waidpflanzen nach - engl. Version see below!

Färberwaid, dessen blaue Färbeeigenschaften von den Kelten einst als Kriegsbemalung genutzt wurde, enthält nach Angaben von italienischen Wissenschaftlern den Bestandteil Glucobrassicin, der sich als hochaktiv im Kampf gegen Brustkrebs erwiesen hat.

Botanisch gehört Waid zur gleichen Pflanzengattung wie Blumenkohl oder Brokkoli, enthält nach Angaben des Forscherteams der Universität Bologna aber zwanzigmal mehr Glucobrassicin als Brokkoli. Da die Pflanze die Chemikalie als Schutzmechanismus produziert, konnten die Wissenschaftler mittels mechanischer Schädigung der Blätter die Ausbeute des pharmazeutischen Bestandteils noch enorm erhöhen.

Glucobrassicin wirkt im Waid gegen diverse Pflanzenschädlinge und man konnte dem Stoff starke Tumorschädigende Eigenschaften – speziell gegen Brustkrebs – nachweisen.

Schon immer hatten Forscher angeregt, Krebserkrankungen mit dem Verzehr von glucobrassicinreichem Gemüse vorzubeugen. Bisher konnten Studien weitgehend bestätigen, dass Glucobrassicin krebsauslösende Bestandteile sowie auch Östrogenverbindungen auszuschwemmen vermag.

Anti-Krebs-Ernährung

Einer jüngeren Studie zufolge vermindert eine Glucosinolatreiche Ernährung die Bildung von kanzerogenen Verbindungen im Körper, welche vor allem bei Rauchern mit der Entstehung von Lungenkrebs korrelieren. Leider konnte zum letzten Beweis noch nicht genügend Glucobrassicin aus Pflanzen gewonnen werden. Dieses Manko hoffen Dr. Stefania Galletti und ihr Team für künftige Studien nun gelöst zu haben.

Brokkoli als Glucobrassicin-Lieferant

“Die Verfügbarkeit von Glucobrassicin in ausreichenden Mengen und bei niedrigen Beschaffungskosten wird am Ende ermöglichen, dass weitere Studien zur Abklärung der Anti-Krebs-Eigenschaften von glucobrassicinreichen Nahrungsmitteln wie z.B. Brokkoli, durchgeführt werden können,” so Galletti im Gespräch mit dem Journal of the Science of Food and Agriculture.

Dr. Kat Arney vom Cancer Research UK ergänzt: “Die Natur ist reich an Substanzen, die der menschlichen Gesundheit von Nutzen sein kann.

Diese neue Möglichkeit, Waid zu kultivieren, welches zur gleichen Familie wie Brokkoli und Blumenkohl gehört, könnte Forschern künftig erlauben, über größere Quantitäten möglicher Anti-Krebs-Agenzien zu verfügen. Diese können dann später im Labor oder am Patienten getestet werden und eines Tages eine wichtige Rolle in der Prävention und Behandlung von Krebserkrankungen übernehmen.”

Zum BBC-Originaltext

Source: BBC-News vom 2006-08-16.

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