1 September 2005

Färberdistel – eine anspruchslose Ölpflanze

In einem Schweizer Forschungsprojekt der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau (Zürich) wurde die Färberdistel, auch Saflor genannt, auf ihre Eignung für den Anbau in der Schweiz untersucht. Obwohl der Anbau der Färberdistel in der Schweiz keine Tradition hat, ist sie für den Anbau unter Schweizer Klimabedingen bestens geeignet. Die Pflanze ist gut an das Klima angepasst und erwies sich insgesamt als anspruchslos. Über drei Jahre wurden an verschiedenen Standorten Versuche durchgeführt.

Es zeigte sich dabei auch, dass die Pflanze gut Trockenheit verträgt. Auf Staunässe reagierte sie jedoch empfindlich. Die Färberdistel bevorzugt kalkhaltige, tiefgründige Böden. Die Unkrautbekämpfung ist mit Striegel und Hacke gut möglich. Als einziger potenzieller Schädling wurde der Befall mit der Bohrfliege beobachtet. Da die Färberdistel selbst bei geringem Nährstoffangebot gute Kornerträge (zwischen 20 und 30 dt/ha) erbringt, könnte sie besonders für den biologischen Anbau interessant sein. Ihr Ölgehalt ist mit weniger als 20 Prozent gering. Daher ist das Öl beispielsweise im Vergleich zu Sonnenblumenöl in der Herstellung teuer und wird eher Chancen als Nischenprodukt im Bereich Speiseöl haben.

Eine größere Unempfindlichkeit gegen Krankheiten, vor allem gegen die so genannte Köpfchenfäule, und ein höherer Ölgehalt würden die Wirtschaftlichkeit im Anbau verbessern. Ein Screening verschiedener Sorten aus einer Genbank in Zusammenarbeit mit der deutschen Universität Hohenheim zeigte viel versprechende Herkünfte, die für die Zucht verwendet werden könnten.

In Mitteleuropa wurde die Färberdistel seit über 50 Jahren züchterisch nicht bearbeitet. Weltweit ist Indien mit 500.000 Hektar Fläche beim Anbau der Färberdistel führend. Auf Platz 2 ist Mexiko (90.000 ha), gefolgt von den USA (80.000 ha). Ihren Namen bekam die Färberdistel, die eine alte Kulturpflanze ist, wegen der gelben und roten Farbstoffe, die in ihren Blütenblättern enthalten sind.

Source: aid-Presseinfo 35/05 vom 2005-09-01.

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