13 Juli 2009

Fachverband: “Biogas stützt Milch- und Fleischproduktion”

Forderung nach Abschaffung des Nawaro-Bonus zurückgewiesen

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2009 (EEG) bietet große Diversifizierungs- und auch Spezialisierungschancen für Vieh haltende Landwirtschaftsbetriebe. “Mit dem neu eingeführten Güllebonus und dem Nawaro-Bonus ist es insbesondere für Viehhalter eine interessante Option, mit dem Betriebszweig Biogas die niedrigen Milch- und Fleischpreise zu kompensieren”, macht Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., deutlich. Vor allem der dritte Grassschnitt und die großen Güllemengen stellen in viehstarken Regionen ein großes und leicht erschließbares Inputpotenzial für landwirtschaftliche Biogasanlagen dar. Die energetische Verwertungsmöglichkeit von landwirtschaftlichen Produkten trägt als flexibles Ventil zur Preisstabilisierung bei. Insofern hilft das EEG 2009 mit seinen Biogasvergütungen landwirtschaftlichen Betrieben.

Die Biogasproduktion ist keineswegs verantwortlich dafür, dass Landwirtschaftsbetriebe in Schwierigkeiten geraten. Ganz im Gegenteil: Der Betriebszweig Biogas stützt die Milch- und Fleischproduktion in Zeiten ruinöser Erzeugerpreise. Deshalb bietet Biogas als zweites oder drittes Standbein eine gute Zukunftsperspektive und Chancen für die weitere betriebliche Entwicklung von Viehhaltern. Auch für Betriebe ohne Biogasanlage ergeben sich aufgrund verbesserter Vermarktungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Biomasse oft wirtschaftliche Vorteile. Viele Beispiele zeigen, dass Milchvieh wie Schweinehalter mit Hilfe ihrer Biogasanlagen die Niedrigpreisperioden im Milch- und Fleischmarkt besser überstehen konnten. “Es geht uns um das Miteinander, um die Nutzung der Synergien von Viehhaltung und Biogaserzeugung, die überwiegend bestens funktioniert und damit die gesamte Landwirtschaft stärkt”, appelliert Josef Pellmeyer an die Bauernschaft und Politik.

Der Ruf nach Kürzung oder gar Abschaffung des NawaRo-Bonus im EEG, der von einzelnen CDU-Agrarpolitikern in den vergangenen Tagen erhoben wurde, ist daher nicht nachvollziehbar und schädlich für die Landwirtschaft. Eine unnötige Debatte um EEG Vergütungshöhen würde das Vertrauen in die Verlässlichkeit der deutschen Politik weiter schmälern. Wie andere Wirtschaftszweige braucht auch die Biogasbranche und die Landwirtschaft verlässliche Rahmenbedingung für Investitionen in neue Anlagen, neue Technologien und Produktionsstätten. Mit Aussagen über eine notwendige Senkung der EEG-Vergütungen zum jetzigen Zeitpunkt werden ohne Not Arbeitsplätze gefährdet, vor allem in ländlichen, strukturschwachen Räumen, in welchen erneuerbare Energien aus Biogas bereits heute ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor sind.

Source: Fachverband Biogas e.V., Pressemitteilung, 2009-07-10.

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