20 Juni 2006

Extremes Flachsjahr 2006: Erst zu nass, dann viel zu trocken

Gerade einmal 10 Tage haben ausgereicht, um in weiten Teilen der französischen und belgischen Anbauregionen den Vegetationsverlauf auf den Kopf zu stellen.

Musste nach dem nassen und kühlen Mai noch vor kurzer Zeit mit langem Flachs und hohem Lagerrisiko gerechnet werden, so ist in den letzten beiden Wochen bei Temperaturen in Beständen von weit über 40°C kein Tropfen Regen gefallen.

Dadurch wurde der Flachs in seinem Streckungswachstum entscheidend gehemmt und gleichzeitig der Blühbeginn forciert, so dass viele Bestände bei nur rund 50 cm Höhe in die Blüte gegangen sind. Dies sind etwa 20 cm weniger wie für eine Qualitätsfaser erforderlich.

Zwar kann – entsprechend ergiebige Niederschläge in den nächsten Tagen voraus gesetzt – der Flachs noch einmal 20 bis 30 cm an Höhe gewinnen, jedoch bleibt der Makel eines zu niedrigen Verzweigungsansatzes und damit schlechterer Hechelbarkeit bzw. reduzierter technischer Länge.

Ganz zu schweigen von dem Ertrag je Flächeneinheit; hier können in etwa 2 Wochen Modellrechnungen bezüglich maximalem Faseraufkommen in Westeuropa erwartet werden, wobei eines schon fest steht: Ein solch hoher Faserertrag und damit ein sensationell hohes Faseraufkommen wie 2005 ist heute bereits auszuschließen.

Damit wird ein großer Druck aus dem Markt genommen, was in nicht allzu ferner Zukunft zu steigenden Preisen vor allem bei Langfaser guter Qualität führen wird.

(Vgl. Meldung vom 2006-06-20.)

Source: Heger.Hulda-news vom 2006-06-16.

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