7 Mai 2015

Expertenbericht zur Systemischen Öko – Innovation veröffentlicht

Experten fordern Schaffung eines "Binnenmarktes für Ressourcen“

Kürzlich wurde der Bericht der Horizon 2020 Expertengruppe zum Thema “From Niche to Norm: A systemic approach to Eco – Innovation to achieve a low-carbon, Circular Economy” veröffentlicht.

Aktuelle Trends und Zukunftsszenarien prognostizieren auf globaler Ebene schwere Versorgungskrisen mit Wasser und Lebensmitteln, zunehmende geopolitische Spannungen und schwerwiegende Folgen des Klimawandels.

Die Europäische Union befindet sich in einer zunehmenden Abhängigkeit von Rohstoffen und Ressourcen anderer Länder außerhalb der EU. Als Ausweg daraus sieht die Expertengruppe die Notwendigkeit, Aktivitäten zu fördern, die den Übergang von der linearen zur Kreislaufwirtschaft einleiten.

Zur Unterstützung dieser Aktivitäten müssen sich rechtliche Rahmenbedingungen ändern, die Gesellschaft besser einbezogen werden und die Ressourceneffizienz in der EU durch die Schaffung eines “Binnenmarktes für Ressourcen” erhöht werden.

Die Expertengruppe betrachtet “Systemische Öko – Innovation” als wichtiges Vehikel für die Kreislaufwirtschaft und arbeitet mit einer eigenen Definition:

“a series of connected changes improving or creating novel functional systems that reduce use of natural resources and decreases the release of harmful substances across the whole life cycle”.

“Systemische Öko – Innovation“ soll Ressourcen- und damit kostensparend sein, europäische Unternehmen international wettbewerbsfähiger machen und neue Geschäftsmodelle wie z.B. das Anmieten von Ausstattung oder die gemeinsame Nutzung von Ressourcen hervorbringen.

Aus Sicht der Expertengruppe spielen Forschung und Innovation eine Schlüsselrolle zur Umsetzung der “Systemischen Öko – Innovation“.

Daher schlägt sie für die Förderprioritäten von Horizon 2020 vor, mehr integrierte Programme über die klassischen Förderthemen hinaus mit stärkerer sozio-ökonomischer Dimension zu fördern, verstärkt Synergien mit anderen Förderprogrammen herzustellen, eine schnellere Verbreitung der Ergebnisse zu gewährleisten sowie eine Datenbank für u.a. “Resource Foresight“ und “Modelling“ anzulegen.

Zur Unterstützung der “Systemischen Öko – Innovation“ hat die Expertengruppe einen Fahrplan (“roadmap for a systemic approach to eco-innovation”) zusammengestellt, der Initiativen für Horizon 2020 und andere EU-Politikbereiche enthält. Dieser Fahrplan besteht aus fünf Säulen, die im Detail erläutert und mit konkreten Aktivitäten unterlegt werden.

Unter diesen sind unter anderem folgende Vorschläge:

  • das Aufstellen spezifischer Übergangspläne in ressourcenintensiven Industriesektoren mit Hilfe der “European Innovation Partnerships” oder der “Public-Private Partnerships” in Horizon 2020,
  • die Beauftragung einer ständigen Expertengruppe zur Analyse und Begleitung des Übergangs zur Kreislaufwirtschaft,
  • neue Ausbildungsprogramme und Training an Europäischen Hochschulen z.B. für “sustainable resource management”,
  • eine verstärkte Darlehensfinanzierung, wie etwa durch das “EU Finance for Innovators Instrument” (Innov-Fin),
  • Vergabe von “Inducement Prizes” für ressourceneffizientere Produkte oder Erfindungen für die Kreislaufwirtschaft,
  • bessere Anreize für den Gebrauch von recycelten Materialien und mehr Unterstützung für den Verbraucher z.B. durch mehr Transparenz,
  • die Entwicklung einer neuen “EU Circular Design” Methodik in H2020 Research and Innovation Actions.

Im Anhang des Berichtes werden zuletzt einige Fallstudien vorgestellt, zum Beispiel das System der “Industrial Symbiosis”, mit dem die Industrie durch Austausch oder gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Abfallprodukten kostensparender und umweltverträglicher produzieren kann.

Source: KoWi, Pressemitteilung, 2015-04-27.

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