22 September 2004

European Energy Award an Bonn, Remscheid, Senden und Ostbevern

Reduzierung des kommunalen Eigenverbrauchs ist vorbildlicher Klimaschutz

Gestern wurden im historischen Bonner Rathaus die European Energy-Awards 2004 an die nordrhein-westfälischen Städte Bonn, Remscheid, Senden und Ostbevern überreicht. “Die vier Kommunen werden für ihr vorbildliches Engagement um die Reduzierung des kommunalen Energieverbrauchs ausgezeichnet. Damit leisten sie einen Dienst nicht nur für Klima und Umwelt, sondern sie entlasten damit gleichzeitig die kommunalen Haushalte”, erklärte Dr. Horstmann, NRW-Minister für Verkehr, Energie und Landesplanung. Die Auszeichnungen wurden im Rahmen der Tagung “Neue Energien aufspüren. Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in die Kommunen” verliehen, die von der Energieagentur NRW ausgerichtet wurde. Die Tagung war Teil des Follow-up-Programms des Landes NRW zu den “renewables 2004“. Diese Regierungskonferenz zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz fand Anfang Juni in Bonn statt.

“Die renewables 2004 waren für alle Beteiligten ein inspirierendes und motivierendes Ereignis,” so Horstmann. “Wer diese Konferenz mit offenen Augen begleitet hat, fand viele neue Impulse und Ideen, aber auch Bestätigung für den eingeschlagenen Weg”. Der Titel der Tagung sei durchaus als Appell zu verstehen, erklärte Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. Es gelte, die Erfahrungswerte der renewables 2004 für NRW-Kommunen in den Fokus zu rücken – letztlich, um dort bestehende Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitsstrategien auszubauen. Energiebewusst handelnde Kommunen wirkten, so Ulrich Nitschke von der Servicestelle Kommunen in der einen Welt, als Vorbild und wichtiger Motivator ihrer Bürger.

Umfangreiches Aktionsprogramm für Kommunen

Die rund 100 Gäste der Tagung hatten sich in verschiedenen Workshops u.a. mit Steuerungsinstrumenten zu Entwicklung von Nachhaltigkeit, mit kommunalen Netzwerken, dem Thema Energie in der Schule, dem Energiecontracting oder den energetischen Handlungsfeldern in der Stadtplanung beschäftigt. Verschiedene Instrumente des Landes NRW – zum Beispiel das Aktionsprogramm 2000plus, das Energienetzwerk NRW oder das Projekt EnergieSchule wurden vorgestellt. Zuvor wurden die Teilnehmer mit Exkursionen zu vier Bonner Projekten auf die Themen eingestimmt.

Der Verleihung der Awards an die Oberbürgermeisterin von Bonn, Bärbel Dieckmann, an Oberbürgermeister Fred Schulz (Remscheid) und die Bürgermeister Alfred Holz (Senden) und Jürgen Hoffstädt (Ostbevern) vorausgegangen waren Berichte aus den Städten – vorgetragen von ihren prominenten Bürgern Konrad Beikircher (Kabarettist, für Bonn), Harry Wijnvoord (TV-Moderator, für Senden), Dr. Wolfgang Pütz (Herausgeber des Remscheider General-Anzeigers) und Aloys Kleine Büning (Pädagoge aus Ostbevern).

Der European Energy Award (eea) ist ein Zertifizierungs- und Managementsystem für Städte und Gemeinden, das derzeit Anwendung findet in sieben EU-Staaten und der Schweiz. In Deutschland ist Nordrhein-Westfalen das einzige Bundesland, das sich als Land daran beteiligt. Aus drei weiteren Bundesländern nehmen einzelne Kommunen am eea teil. Die hier ausgezeichneten Kommunen haben ein langfristiges Konzept zur effizienten Energieverwendung in der Kommune erarbeitet – geprüft von externen Auditoren. Am Ende steht nicht ein Preisgeld, sondern das Zertifikat. “Der European Energy Award ermöglicht, die Qualität der Energiekonzepte der Kommunen zu bewerten und in Zusammenarbeit mit Experten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu konkretisieren und umzusetzen”, so Infrastrukturminister Horstmann. Senden beispielsweise verwies u.a. auf den Bau einer Solarsiedlung und eines energieeffizienten Sportparks, Ostbevern u.a. auf Investitionen in energiesparende Heizzentralen ihrer Liegenschaften in Höhe von einer Million Euro oder ein großes Holzheizwerk auf Schloss Loburg, Bonn und Remscheid u.a. auf ihre Energieberatungsstruktur.

Das Land NRW war an der Entwicklung des “European Energy Award´s” maßgeblich beteiligt und fördert die Teilnahme von Kommunen am European Energy Award im Rahmen seines “Aktionsprogramms 2000plus”. Die Energieagentur NRW tritt in NRW als regionaler Träger auf. Der European Energy Award wird an Städte und Gemeinden vergeben, die in sechs Handlungsfeldern mit insgesamt 100 Maßnahmen Lösungen aufgezeigt haben. Die entsprechenden Handlungsfelder sind: die Entwicklungsplanung und Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, Interne Organisation, Kommunikation und Kooperationen. Zu Zeit stellen sich 40 Kommunen in NRW diesem Verfahren.

Source: Oekonews.at vom 2004-09-21.

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