30 Januar 2014

Europaweit Nährstoffkreisläufe nachhaltig und kostengünstig nutzen

Forschungsprojekt "BioRefine" bringt internationale Partner zusammen

Seit Ende 2013 ist eine Forschergruppe um Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kraft, Professur Biotechnologie in der Ressourcenwirtschaft an der Bauhaus-Universität Weimar, offizieller Partner im europaweiten Forschungsprojekt »BioRefine – Recycling anorganischer Stoffe aus landwirtschaftlichen und bioindustriellen Abfallströmen (Recycling Inorganic Chemicals from Agro-and Bio-Industry Wastestreams)«.

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem Umstand, dass beim Übergang von einer fossilen zu einer auf Biomassen basierenden Wirtschaft die größte Herausforderung das Schließen der Stoffkreisläufe und der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ist. Dabei steht vor allem die Ressource Nährstoff im Fokus, da diese sich zunehmend erschöpft. Bereits jetzt müssen erhebliche Mengen an fossilen Energieträgern für die Herstellung von chemischen Düngemitteln aufgewendet werden, trotzdem die Kosten für diese Energieträger und Düngemittel immer weiter steigen.

Die Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise erwies sich bisher aufgrund von unterschiedlichen nationalen Gesetzgebungen, der mangelnden Integration der institutionellen und unternehmerischen Führungsstrukturen und letztlich der mangelnden Koordination zwischen den Aktivitäten der verschiedenen Akteure als schwierig. Obwohl die EU-Umweltgesetzgebung sich über eine zunehmende Zahl von Umweltaspekten erstreckt, stehen in diesem Bereich bei der Harmonisierung von Standards, Techniken und Märkten immer noch große Herausforderungen bevor.

Die Region Nordwesteuropa (NWE-Region) mit ihrer hohen Bevölkerungsdichte, ihrer intensiven industriellen und landwirtschaftlichen Tätigkeit sowie den großen Mengen an Rückständen ist ein ideales Testgebiet für die Bewältigung dieser Herausforderungen. Daher zielt »BioRefine« mit einem branchen- und länderübergreifenden Ansatz auf die Einbeziehung aller Beteiligten in der NWE-Region ab.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene Interessengruppen aus dem Projektgebiet zusammengebracht, die ein breites Spektrum von mineralischen Stoffflüssen und eine breite Palette von bestehenden Aufbereitungstechniken abdecken. Durch diese Interaktion kann das vorhandene Wissen bestmöglich genutzt und regionale Anwendungen inspiriert werden, wodurch wiederum ein transnationaler Nutzen gegeben sein kann. Das oberste Ziel ist es, die Stoffströme der Rückstände zu minimieren und die daraus zurück gewonnenen Mineralien wirtschaftlich zu verwerten. Dadurch wird das auf der Verwertung von Biomasse basierende Wirtschaftswachstum gefördert und ist damit zu einem allseitigen Nutzen sowohl für die Umwelt als auch die Wirtschaft in der Region Nordwesteuropa.

Das durch Mitarbeiter der Professur Biotechnologie in der Ressourcenwirtschaft zu bearbeitende Arbeitspaket hat neben dem Austausch mit den internationalen Partnern zum Ziel, für die Verwendungsmöglichkeit von Holzkohlenaschen aus Biomasse-Heizkraftwerken neue Methoden der Nährstoffrückgewinnung zu identifizieren und zu evaluieren. Innerhalb dieses Arbeitspaketes werden die Rückgewinnungs-Techniken und die Vermarktung der Produkte dieser Techniken diskutiert. Die Ergebnisse werden dann gemeinsam mit den Partnern aus den verschiedenen Regionen in einem länderübergreifenden Kontext gebracht.

Das Projekt läuft seit Mai 2011 und ist in der ersten Förderphase bis Dezember 2015 ausgelegt, Es wird vom INTERREG IVB NWE Programm mit mehr als 2,5 Millionen Euro gefördert und erfolgt in Zusammenarbeit mit der Ghent Universiteit (BE), Gembloux Agro-Bio Tech, Université de Liège (BE), Alterra, institute within the legal entity Stichting DLO (NL), University of Leeds (UK), Laboratoire Départemental d’Analyses et de Recherche (LDAR) (FR) und ENER-BIOM (FR).

Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Eckhard Kraft
Biotechnologie in der Ressourcenwirtschaft
Bauhaus-Universität Weimar
Tel.: +49 (0) 36 43/58 46 21
Fax: +49 (0) 36 43/58 46 39
E-Mail: eckhard.kraft@uni-weimar.de

Source: Bauhaus-Universität Weimar, Pressemitteilung, 2014-01-28.

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