21 März 2013

Europaweit mehr grünes Gas

EU-Projekt "GreenGasGrids" für die Einspeisung von Biomethan

Biomethan kann fossiles Erdgas ersetzen – z.B. für Transport oder Elektrizität- und Wärmebereitstellung. Da Biomethan bisher jedoch in nur wenigen EU-Ländern produziert und genutzt wird, arbeitet Fraunhofer UMSICHT in dem EU-Projekt “GreenGasGrids” zusammen mit zwölf internationalen Partnern daran, den Markt für Biomethan zu stärken und bessere Rahmenbedingungen für die Einspeisung ins Erdgasnetz zu ermöglichen. Ein Ziel der Fraunhofer-Forscher ist es, allen involvierten Akteuren eine umfangreiche Datensammlung zur Produktion, Aufbereitung und Einspeisung von Biogas an die Hand zu geben. Ein erstes Ergebnis ist ein detaillierter Marktüberblick über die europäischen Biogas- und Biomethanmärkte, der auf der Internetseite www.greengasgrids.eu abzurufen ist.

Biogas entsteht durch anaerobe Vergärung organischer Biomasse. Für die Einspeisung ins Erdgasnetz muss das Gas aufbereitet werden. Störende Gasinhaltsstoffe wie Spurengase, Wasser, Partikel, vor allem aber das brennwertmindernde Kohlendioxid müssen abgetrennt werden. So entsteht Biomethan – ein grünes Gas. Der Entwicklung der Märkte für Biomethan kommt eine große Bedeutung für die künftige Energieversorgung zu. Schon mehr als 200 Anlagen sind europaweit in Betrieb, die Biogas zu Biomethan aufbereiten. Hiervon speisen etwa 150 in das öffentliche Gasnetz ein. In Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Schweden und Österreich wird Biomethan seit einigen Jahren bereits verwendet. Entsprechende Fördermechanismen sind hier bereits etabliert. Weitere EU-Mitgliedstaaten folgen nun mit eigenen Maßnahmen.

Viele Potenziale bleiben ungenutzt
Trotz der hohen Bereitschaft seitens der Marktakteure zur Steigerung der Biomethanproduktion bleibt die Marktentwicklung hinter den vorhandenen Potenzialen zurück. Dies ist insbesondere auf Informationsdefizite, ungenügende nationale Gesetzgebung, fehlende technische Standards, und mangelnde Netzwerkbildung zwischen den beteiligten Akteuren sowie auf länderübergreifende Barrieren für den Biomethanhandel zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund haben dreizehn internationale Projektpartner das Projekt “GreenGasGrids” ins Leben gerufen, unterstützt durch das Intelligent Energy Europe (IEE) -Förderprogramm. Das Projektkonsortium setzt sich aus Energieagenturen, Verbänden und Forschungseinrichtungen aus zehn europäischen Ländern zusammen, wobei die Deutsche Energieagentur das Projekt koordiniert.

Fraunhofer UMSICHT ist für die Erstellung einer umfangreichen Datensammlung zur Produktion, Aufbereitung und Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz zuständig. Dabei werden nationale rechtliche Rahmenbedingungen, technische Aspekte der Biomethanproduktion, Aufbereitung und Einspeisung, Nachhaltigkeitsaspekte und auch laufenden politische Programme berücksichtigt.

“Derzeit arbeiten wir an einer Best-Practice-Analyse, die einen Überblick über die existierenden Fördermechanismen für Biomethan geben soll und die unterschiedlichen Modelle erläutert. Dies soll politischen Entscheidungsträgern helfen, nationale Fördermodelle für Biomethan zu entwickeln, zu implementieren oder zu überarbeiten”, erklärt Sabine Strauch, Projektmitarbeiterin von Fraunhofer UMSICHT. Außerdem erarbeiten die Forscher Leitlinien zur Projektfinanzierung, dem Projektmanagement und der Technologie von Biomethanprojekten. Alle Informationen sind freizugänglich und werden zudem in Workshops weitergegeben. Das Projekt läuft noch bis Juni 2014.

Source: Fraunhofer UMSICHT, Pressemitteilung, 2013-03-21.

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