29 März 2019

Europäischer Wettbewerb zur sozialen Innovation 2019: 150.000 EUR für drei Innovationen zur Verringerung von Kunststoffabfällen

Das Thema 'Challenging Plastic Waste' sucht nach Ideen und Projekten, die Plastikmüll systemisch auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene verringern wollen

ESIC_CHALLENGING_PLASTIC_WASTE-2Auf einer Veranstaltung in Ljubljana, Slowenien, hat die Europäische Kommission heute den Startschuss für den Wettbewerb zur sozialen Innovation in Europa 2019 gegeben. Im Rahmen des Themas „Challenging Plastic Waste“ (Bekämpfung von Plastikmüll) werden in diesem Jahr Ideen und Projekte gesucht, mit denen sich Kunststoffabfälle durch Systemveränderungen auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene verringern lassen. Unabhängige Juroren werden die drei Projekte auswählen, die im Oktober 2019 ein Preisgeld von jeweils 50.000 EUR erhalten.

„Jedes Jahr sammeln wir in Europa mehr als 27 Millionen Tonnen Plastikmüll. Die Behandlung von Kunststoffabfällen ist zwar eine große Herausforderung, bietet aber auch die Chance zur Innovation und zur Erarbeitung neuer Lösungen. Deshalb rufen wir in diesem Jahr dazu auf, Ideen zur Bewältigung dieses gesellschaftlichen Problems einzureichen. Diese Ideen können das Fundament für neue Geschäftsmodelle bilden, aber auch für neue Formen der Kooperation. Sie können neue Wege aufzeigen, die zu einer besseren, saubereren und nachhaltigeren Zukunft für alle führen,“ so Slawomir Tokarski, Direktor für Innovation und Advanced Manufacturing bei der Europäischen Kommission.

Die Europäische Kommission, die sich entschlossen dafür einsetzt, das Problem der Kunststoffabfälle in eine positive Richtung für die Zukunft Europas zu lenken, hat bereits mehrere Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören die erste europaweite Strategie für Kunststoffe, die Gründung der Allianz für die Kunststoffkreislaufwirtschaft sowie eine Selbstverpflichtungskampagne. Mit diesen Maßnahmen legt die Kommission den Grundstein für den Übergang zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft, die Wachstum und Innovation fördert.

Mit dem Wettbewerb für soziale Innovation in Europa 2019 sollen Ideen und Projekte unterstützt werden, die zur Verringerung von Kunststoffabfällen und von Vermüllung durch Verbesserung bestehender Prozesse oder zur Einführung ganz neuer Produkte und Initiativen beitragen. Die Innovationen sollen die Kunststoffberge verringern oder die Wiederverwendung und das Recycling von Kunststoffabfällen fördern und ermöglichen.
Die Lösungen sollten messbar, auf systemische Veränderungen ausgerichtet und einem der folgenden Bereiche zuzuordnen sein:

  • Verringerung des Verbrauchs von Einwegkunststoffprodukten
  • Recycling, Wiederverwendung und Upcycling von Kunststoffabfällen
  • Behandlung von auf Deponien oder in der Umwelt angesammelten Kunststoffabfällen
  • Änderung des Verbraucherverhaltens oder des Einzelhandels und von Unternehmenspraktiken im weiteren Sinne
  • Umsetzung alternativer Geschäftsmodelle und Optimierung von Lieferketten
  • Einführung neuer Werkstoffe, die für eine Kreislaufwirtschaft geeignet sind oder nachhaltige Alternativen zu Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen darstellen

Mit dem Wettbewerb für soziale Innovation in Europa werden Ideen von sozialen Innovatoren, Unternehmern, Studierenden, Designern, „Machern“ und Kreativschaffenden gesucht – schlicht von all jenen, die eine innovative, kreative Idee haben, die im Bereich Kunststoffabfälle eine grundlegende Wende herbeiführen könnten.

Der Startschuss für den Wettbewerb 2019 wurde in Ljubljana gegeben, Vorreiterin auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit, ehemalige „Grüne Hauptstadt Europas“ und Gewinnerin in der Kategorie Nachhaltigkeit bei der Auszeichnung europäischer Städte 2018 im Bereich Intelligenter Tourismus. Diese abfallfreie Stadt sammelt 68% ihres Mülls getrennt (mehr als jede andere europäische Hauptstadt). Darüber hinaus stammen zwei Gewinner des Wettbewerbs in den letzten Jahren aus Slowenien, ein weiterer Beweis für ein boomendes Ökosystem für soziale Innovation in diesem Land. Daher war es nur natürlich, dass bei der Bestimmung der Gastgeberin für die Auftaktveranstaltung des Wettbewerbs 2019 die Wahl auf Ljubljana fiel.

Auf der Auftaktveranstaltung hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich über den Wettbewerb zu informieren und sich mit den Erfahrungen eines der letztjährigen Preisträger, HeritageLab, vertraut zu machen. Darüber hinaus konnten die Teilnehmer in einem Diskussionsforum, in dem einige der diesjährigen Juroren das Problem Kunststoffabfälle erörterten, Einblicke gewinnen. Ferner konnten sie an einem „Minihackathon“ teilnehmen und an Lösungen für das Kunststoffproblem mitarbeiten. Die Veranstaltung schloss mit einer Ausstellung mit dem Titel „Toasted Furniture“ der slowenischen Künstlerinnen Nuša Jelenec und Nina Mršnik. Dort wurde die innovative Methode der Künstlerinnen vorgestellt, bei der Kunststoffabfälle buchstäblich getoastet und in wunderschöne Platten umgewandelt werden, aus denen dann Bauelemente für Möbel und Leuchten entstehen. Dies bot ein fantastisches und kreatives Beispiel für die Bekämpfung von Plastikmüll.

Bewerbungen können bis Donnerstag, 4.April, 12.00Uhr MEZ eingereicht werden. Ausführliche Informationen finden Sie unter: www.eusic.org.

 

Über den Wettbewerb zur sozialen Innovation in Europa

Der Wettbewerb zur sozialen Innovation in Europa wurde zum Gedenken an Diogo Vasconcelos, einen Pionier der sozialen Innovation, ins Leben gerufen. Er wird von der Europäischen Kommission in allen EU-Mitgliedstaaten und in Horizont 2020 angeschlossenen Ländern durchgeführt. Der Wettbewerb, der nun bereits zum siebten Mal stattfindet, ist beispielhaft für soziale Innovatoren in Europa: Anhand einer erprobten Methode unterstützt er Ideen in der Frühphase und fördert ein Netzwerk radikaler Innovatoren, die die Gesellschaft zum Besseren gestalten. Jedes Jahr befasst sich der Wettbewerb mit einem anderen Thema, mit dem sich Europa konfrontiert sieht. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Bekämpfung von Plastikmüll.

Organisiert wird der Wettbewerb von der Europäischen Kommission mit Unterstützung von Nesta, Kennisland, Ashoka Spain, European Network of Living Labs und Scholz & Friends.

Informationen zu früheren Wettbewerben und ausgezeichneten Projekten: www.eusic.org

 

Kontakt

E-Mail: info@socialinnovationprize.eu.

Source: EUSIC, Pressemitteilung, 2019-02-28.

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