11 September 2009

Europäischer Biodiesel vor goldener Zukunft?

FAO und OECD erwarten Verdoppelung der Produktion bis 2018

Innerhalb von zehn Jahren könnte sich die Produktion von Biodiesel in der EU verdoppeln. Der Landvolk-Pressedienst zitiert Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Demnach soll die europäische Biodieselproduktion in diesem Jahr 9,57 Mrd. Liter (l) erreichen und bis zum Jahr 2018 auf 18,37 Mrd. l steigen. Noch stärker zunehmen soll bis 2018 allerdings der Verbrauch hierzulande: Während Experten für 2009 EU-weit einen Verbrauch von 10,84 Mrd. l Biodiesel erwarten, soll dieser bis zum Jahr 2018 um mehr als das Doppelte auf 22,28 Mrd. l anwachsen.

Mit einer Produktion von 18,37 Mrd. l würde die EU ihre Position als weltweit wichtigster Produktionsstandort für Biodiesel auch im Jahr 2018 verteidigen. Um die steigende Nachfrage der Europäer nach dem Biosprit decken zu können, müssten dann jedoch bis zu 3,9 Mrd. l importiert werden. Den zunehmenden Einfuhrbedarf der EU führen Marktexperten darauf zurück, dass der Preis für Biodiesel gemessen an den Rohstoffkosten eher unterdurchschnittlich steigen dürfte. Auf diesen Markt zielen die übrigen wichtigen Biodieselproduzenten der Welt. Dazu zählen derzeit neben den USA mit rund 3,2 Mrd. l auch Argentinien mit einer Herstellungsmenge von rund 1,7 Mrd. l Biodiesel und Brasilien mit einer Produktionskapazität von 1,19 Mrd. l. Zum Exportweltmeister könnte innerhalb der nächsten zehn Jahre Argentinien werden, wo bereits in den vergangenen Jahren eine stark exportorientierte Biodieselindustrie entstanden ist. In den kommenden zehn Jahren soll deren Ausstoß auf 3,8 Mrd. l steigen, wovon 3,4 Mrd. l ausgeführt werden könnten.

Insgesamt rechnen FAO und OECD in diesem Jahr mit einer weltweiten Biodieselproduktion von 19,25 Mrd. l. Bis 2018 soll die weltweite Produktion auf 43,76 Mrd. l wachsen. In allen führenden “Biodiesel-Ländern” verfolgen die Regierungen bei der Herstellung des umweltfreundlichen Sprits ambitionierte Ziele. So muss der Biodieselausstoß in Brasilien bis 2018 verdreifacht werden, um die von der Regierung vorgesehene Beimischungsquote von fünf Volumenprozent in der Endstufe erreichen zu können. Im benachbarten Argentinien gibt es bereits ab 2010 nur noch sogenannten B5-Diesel an den Tankstellen, der 3,4 Volumenprozent Biodiesel enthält. Allerdings enthält eine so langfristige Prognose wie die der OECD und der FAO viele Unwägbarkeiten. So kann sich beispielsweise der Preis für Mineral- und Pflanzenöl durchaus anders entwickeln, als für die Prognose angenommen. Sollten sich die Produktions- und Absatzbedingungen jedoch so positiv entwickeln wie angenommen, bleibt zu hoffen, dass davon auch die deutschen Landwirte profitieren können.

Source: Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V., Pressemitteilung, 2009-09-10.

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