19 November 2002

Europäische Biomasse-Tage der Regionen 2002 – Ein Resümee

Vom 29. September bis 6. Oktober fanden die Europäischen Biomasse-Tage der Regionen 2002 statt (siehe auch nawaros® 08/2002). Die offizielle Eröffnung wurde am 25. September auf einer Pressekonferenz in Straßburg bekannt gegeben. Dazu fanden sich Politiker, Medien und Biomasse-Organisationen im Europäischen Parlament ein. Werner Döller, Geschäftsführer von C.A.R.M.E.N., bedankte sich für die Unterstützung, die das Thema Biomasse auch auf europäischer Ebene erhält.

Bis 2010 sollen in der EU 12 Prozent der Energie über regenerative Energieträger gewonnen werden, erklärte der Europaabgeordnete Markus Ferber. Gerade in privaten und kommunalen Einrichtungen (Hallenbäder, Schulen usw.) wären – so Ferber – große Potentiale für eine Umstellung auf regenerative Energien vorhanden. Martina Sumenjak von der Slovenian Biomass Association (Slobiom) stellte die Bedeutung der Biomasse für die Zukunft Europas und den Klimaschutz dar. Als Mitglied des Verbandes Europäischer Biomasseorganisationen (AEBIOM) verlas sie ein Statement von C.A.R.M.E.N. und der AEBIOM und überreichte dieses Positionspapier an Dr. Ingo Friedrich, den Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments. Dr. Ingo Friedrich bedankte sich für das Positionspapier und gab den offiziellen Beginn der europaweiten Aktion bekannt. Er versprach weitere Unterstützung des Europäischen Parlaments für zukünftige Aktivitäten rund um die Biomasse-Tage.

Diese europaweiten Aktivitäten würden der Sicherung der Nachhaltigkeit des gesamten Kontinents dienen, sagte Friedrich. Den Europäischen Biomasse-Tagen wünschte er großen Anklang bei Bürgern und Initiativen. Wie groß dieser Anklang war, belegt die folgende C.A.R.M.E.N.-Zusammenstellung: Mit insgesamt 434 Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern kann sich die Bilanz durchaus sehen lassen. Neben 378 aus Deutschland gemeldeten Teilnehmern wurden aus Österreich, Italien, Frankreich, der Schweiz, Schweden, Finnland, Kroatien, Slowenien und Belgien zahlreiche Veranstaltungen bei C.A.R.M.E.N. registriert. Fast 90 Prozent der gemeldeten Aktionen behandelten das Thema erneuerbare Energien.

Doch auch zur stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe wie Fasern, Schmierstoffe und Züchtung standen bei europäischen Firmen, Instituten und Organisationen für alle Interessenten die Türen offen. Zahlreiche C.A.R.M.E.N.-Mitarbeiter nutzten die Gelegenheit im Rahmen der Biomasse-Tage Innovationen im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe zu erkunden. Eine vergleichsweise lange Anreise nahm Karl Hanglberger, Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit bei C.A.R.M.E.N., auf sich. Gemeinsam mit Dr. Rupert Schäfer vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten besuchte Hanglberger am 30. September und 1. Oktober in Ljubljana (Slowenien) die “4th International Slobiom Conference” zu Biomasse und anderen erneuerbaren Energien für Südosteuropa. Veranstalter war die Slobiom, Jarenina.

Die Herkunft der Teilnehmer reichte von Finnland über Deutschland bis nach Bosnien-Herzegowina. Allgemeine Rahmenbedingungen für die Entwicklung der erneuerbaren Energien mit dem Schwerpunkt Biomasse standen ebenso auf dem Programm, wie die Erfahrungen von Ländern mit weitentwickelter Biomassenutzung. In Slowenien ist das Potenzial für die Nutzung von Biomasse sehr groß und noch wenig entwickelt. Die Waldfläche des Landes beträgt fast 60 Prozent der gesamten Staatsfläche, doch dieses Wald-Potenzial wird wenig genutzt, gleiches gilt für Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Auch die Abfälle der Lebensmittelindustrie werden bisher kaum verwertet. Doch es gibt erste Schritte in Richtung Biomassenutzung. In naher Zukunft nimmt die erste slowenische Produktionsstätte für Holzpellets ihren Betrieb auf.

In einigen großen Tierhaltungsbetrieben sind Pilotprojekte zur Biogasproduktion im Bau. Für die Beitrittsländer der Europäischen Union stellt das Programm “Sapard” Mittel für die landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung zur Verfügung. Verschuldete Länder, die eine “Joint Implementation” vereinbart haben, können bis zu zehn Prozent ihrer jährlichen Rückzahlungen in einen Fond einbringen, der zur Verbesserung der Umweltbedingungen in ihren Ländern beitragen soll. Der Fond wird von Fachleuten der Geberländer betreut. Diese Finanzmittel können somit auch für die Entwicklung der Biomasse genutzt werden.

Infos:
C.A.R.M.E.N.
Karl Hanglberger
E-Mail: [email protected]
und
Slobiom
Martina Sumenjak
Tel.: 00386-31-57 95 51
E-Mail: [email protected]
Internet: http.//www.slobiom-zveza.si

Source: nawaros® 11/02 vom 2002-11-13.

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