19 Juli 2011

Europa im Kampf gegen herkömmliche Plastiktüten

Deutschlands Supermärkte bieten Tragetaschen aus Biokunststoff an

Sie werden aus knappen Erdöl hergestellt, sind aber oft nur wenige Stunden in Gebrauch, um dann im Müll zu landen: herkömmliche Plastiktüten. Rund 500 davon verbraucht der EU-Bürger im Schnitt pro Jahr – zuviel befindet nun die Europäische Kommission. Eine Befragung von Bürgern und Wirtschaftsvertretern soll zu praktikablen Lösungen gegen die Verschwendung knapper Ressourcen beitragen und Wege aus der Wegwerfgesellschaft aufzeigen. Bis europaweite Regelungen in Kraft treten, sind die Mitgliedsstaaten auf nationale Konzepte angewiesen. Biokunststoffe als Alternative zum ölbasierten Polyethylen gewinnen dabei an Bedeutung.

Von der Gratis-Plastiktasche über eine Tütensteuer bis hin zum Totalverbot reichen die Strategien im Umgang mit dem ölbasierten Kunststoffbeutel. Irland führte als erster Staat in Europa im Frühjahr 2002 eine Abgabe auf herkömmliche Plastiktüten ein, offiziellen Schätzungen zufolge ist der Verbrauch seither um über 90 Prozent gesunken. Italien verhängte 2011 ein Verbot ölbasierter Tragetaschen, und Österreich startet eine schrittweise Umstellung.

In Ländern ohne gesetzliche Beschränkungen in Sachen Kunststofftüte übernimmt vielfach der Einzelhandel eine Vorreiterrolle und setzt auf mehr Nachhaltigkeit. So können in den Niederlanden nicht mehr gebrauchte, saubere Plastiktüten zum Wiederverwenden in sogenannte Tütenkugeln gegeben werden, die zu Hunderten an Kassen von Super- und Biomärkten stehen. Mercadona, Spaniens größter Discounter, gibt wie die dortigen Wettbewerber Carrefour und Al Campo Tüten nur gegen Geld heraus. In Deutschland haben einige Handelsketten wie Rewe, Aldi, Tengelmann und Kaiser”s Plastiktüten aus Biokunststoff in ihr Sortiment aufgenommen. Diese Biotüten, die zu einem großen Teil aus Stärke oder Zucker bestehen, lassen sich je nach pflanzlichem Zusatz industriell kompostieren oder sind recycelbar.

Kontakt
SSP Kommunikation
Mechtild Düpmann
Telefon: 02233/ 96341-93
E-Mail: m.duepmann@ssp-kommunikation.de

Source: Natürliche Verpackungen, 2011-07-19.

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