23 Februar 2011

Europa droht in der Grünen Biotechnologie Anschluss zu verlieren

Genehmigungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen und daraus erzeugte Produkte müssten erheblich beschleunigt werden

Die Anbaufläche für gentechnisch veränderte Pflanzen ist 2010 erneut deutlich angestiegen. Stefan Marcinowski, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie fordert vor diesem Hintergrund Erleichterungen für den Marktzugang auch in Europa.

“Europa ist gefordert, den Anschluss an die grüne Hochtechnologie und das Innovationsfeld Pflanze nicht zu verlieren”, meinte Marcinowski, der im Hauptberuf als Vorstand der BASF SE unter anderem für die Bereiche “Plant Protection” und “Plant Science” zuständig ist, wörtlich. Zwar habe die EU-Kommission 2010 mit der Zulassung der Stärkekartoffel Amflora nach zwölf Jahren ihre Blockade gentechnisch veränderter Pflanzen beendet. Die europäischen Genehmigungsverfahren für gentechnisch veränderte Organismen und daraus erzeugte Produkte müssten dennoch erheblich beschleunigt werden, so Marcinowski.

Die Zahlen des aktuellen Berichts des “International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications” (ISAAA) geben ihm recht: Weltweit stieg die Anbaufläche für gentechnisch veränderte Pflanzen im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 148 Millionen Hektar an. Seit dem erstmaligen Anbau im Jahr 1996 ist die mit GMOs bewirtschaftete Fläche um das 87-fache angestiegen, was die Gentechnik zu jener Zuchttechnologie macht, die sich in der Geschichte der Landwirtschaft am schnellsten durchgesetzt hat.

Europa spielt nicht mit
Gentechnisch verändertes Saatgut wurde in insgesamt 29 Staaten kommerziell eingesetzt. Jedes der Top Ten-Länder (USA, Brasilien, Argentinien, Indien, Kanada, China, Paraguay, Pakistan, Südafrika und Uruguay) erreicht für sich betrachtet eine Anbaufläche von mehr als 1 Million Hektar, die USA führt die Liste mit 66,8 Millionen Hektar mit Abstand an. Europa spielt in diesem Konzert aber so gut wie keine Rolle. Spanien ist – an der 17. Stelle liegend – das einzige europäische Land, das eine Anbaufläche von mehr als 50.000 Hektar erreicht.

Soja nimmt unter den Kulturpflanzen, die in gentechnisch veränderter Form angebaut werden, nach wie vor die größte Fläche ein, gefolgt von Mais, Baumwolle und Raps. Die am häufigsten durch Gentechnik erzielte Eigenschaft ist Herbizidtoleranz, die größten Wachstumsraten erzielte 2010 die Resistenz gegenüber Schadinsekten.

Source: Bio Pro, 2011-02-23.

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