31 August 2004

EU will nur noch legal geschlagenes Tropenholz importieren

Verbraucher in Europa sollen künftig mit gutem Gewissen Möbel oder Parkett aus Tropenholz kaufen können. Die EU-Kommission will nur noch legal geschlagenes Holz einführen und die Holz erzeugenden Länder in ihrem Kampf gegen illegalen Raubbau stärker unterstützen.
 
“Es ist höchste Zeit, dass die EU ihre Verantwortung für die Tropenwälder wahrnimmt”, betonte Poul Nielson, Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe bei der Vorstellung entsprechender Maßnahmen Mitte Juli. In die Gemeinschaft werde viel Holz aus Ländern und Regionen eingeführt, in denen illegaler Raubbau ein ernsthaftes Problem darstellt. Die EU ist – nach Wert – der größte Absatzmarkt für Rundholz und Schnittholz aus Afrika und der zweitgrößte Absatzmarkt für Schnittholz aus Asien.

Im Kampf gegen den Raubbau setzt die EU allerdings nicht auf Verbote. “Wir wollen mit den Holz produzierenden Ländern kooperieren, nicht gegen sie arbeiten”, so Nielson. Den Kern bilden freiwillige Abkommen mit den Exportländern. Die Regierungen sollen sich verpflichten, schärfere Gesetze und Kontrollen einzuführen, die gewährleisten, dass nur legal geschlagenes Holz ausgeführt wird. Dazu gehört eine Überwachung durch die Behörden, wo und durch wen Holz geerntet wird und welchen Weg das Holz genommen hat – vom Ort des Fällens bis zum Ausfuhrort. Außerdem sollen die Länder Verfahren zur Erteilung von Ausfuhrgenehmigungen bzw. von Zertifikaten für legal geschlagenes Holz entwickeln. Holz ohne Genehmigung oder Zertifikat soll nicht mehr in die EU eingeführt werden dürfen. Den Aufbau solcher administrativen Strukturen will die EU mit rund 30 Millionen Euro unterstützen.

Nielson zeigte sich davon überzeugt, dass die Exportländer an solchen Partnerschaften Interesse haben: Den betroffenen Ländern entgehen durch illegalen Holzeinschlag jährlich rund zehn bis 15 Milliarden Euro an Steuern und anderen Einnahmen, betont die EU. Schätzungen gehen davon aus, dass die größten Holz produzierenden Nationen in Afrika ihre Einnahmen aus dem Holzhandel um 65 Prozent steigern könnten, wenn sie das bislang illegal geschlagene Holz in Zukunft besteuern.

(Vgl. Meldung vom 2004-08-27.)

Source: Pressemitteilung des Rats für nachhaltige Entwicklung vom 2004-08-27.

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