6 März 2008

EU-Kommission tritt Initiative zur Methangas-Nutzung bei

"Methane to Markets" treibt Energiegewinnung aus Methangas-Emissionen voran

Die EU-Kommission wird künftig im Leitungsgremium einer weltweiten Partnerschaft zur Verhinderung beziehungsweise gezielten Nutzung von Methangas-Emissionen mitwirken. Bei einem Besuch in Washington (USA) unterzeichnete EU-Energiekommissar Andris Piebalgs am 4. März die Beitrittsurkunde der 2004 ins Leben gerufenen Initiative “Methane to Markets” (M2M), wie die Kommission in einer Aussendung mitteilte. Die EU-Kommission hat ihren Beitrittsantrag im Frühjahr 2007 gestellt. Mittlerweile umfasst die Partnerschaft 20 nationale Regierungen, darunter auch Deutschland und die EU-Kommission.

Die Partnerschaft zielt darauf ab, Projekte in aller Welt voranzutreiben, bei denen Methan am Entweichen in die Atmosphäre gehindert und zur Energiegewinnung herangezogen wird. Sie wurde am 16. November 2004 auf einer Ministertagung in Washington D.C. ins Leben gerufen. Damals schlossen sich 14 nationale Regierungen als Partner zusammen. Inzwischen umfasst die Partnerschaft 20 nationale Regierungen und die Europäische Kommission. Vier EU-Mitgliedstaaten (Deutschland, Italien, Polen und das Vereinigte Königreich) sind bereits Partner. Die Kommission beantragte die Mitgliedschaft im Frühjahr 2007. Der Antrag wurde vom Lenkungsausschuss positiv beschieden, und die Mitgliedschaft der Kommission wurde am 21. September 2007 wirksam. Die Kommission wird im M2M-Lenkungsausschuss sowie in den technischen Unterausschüssen “Methan aus Kohlebergwerken” und “Methan aus der Erdöl- und Erdgasgewinnung” tätig sein.

Nach Angaben von M2M steht Methan für 16% aller weltweiten Treibhausgas-Emissionen. 60% der CH4-Freisetzung werden direkt oder indirekt durch den Menschen verursacht. Die größte Emissionsquelle (16% der von Menschen verursachten Methan-Emissionen) sind laut M2M Förderanlagen und Leitungen von Erdöl und Erdgas. Dahinter folgen Mülldeponien mit 13% der anthropogen bedingten Emissionen. Danach folgen Kohlegruben mit 8% und die Landwirtschaft mit 4%. Da CH4 die Erdwärme in der Atmosphäre 23-mal stärker zurückhalte als CO2 und dort nur eine vergleichsweise geringe Haltbarkeit besitze, könne man durch die Vermeidung von Methangas-Emissionen viel zum weltweiten Klimaschutz – auch schon für die nahe Zukunft – beitragen.

Die Vermeidung beziehungsweise Nutzung von Methan-Emissionen aus der Landwirtschaft ist einer von vier Arbeitsbreichen der Initiative. Nach Angaben von M2M betrug der Anteil Deutschlands an den im Jahr 2005 durch Tierhaltung verursachten Methanemissionen 15%. Damit war Deutschland nach den USA und China der drittgrößte Emittent in diesem Bereich.

Weitere Informationen

(Vgl. Meldung vom 2008-03-06.)

Source: Europäische Kommission, Pressemitteilung 2008-03-04, Agrarisches Informationszentrum (AIZ), 2008-03-05 und Methane to Markets (M2M), 2008-03-06.

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