26 August 2002

EU-Craft-Projekt: Hanf als Dämmmaterial für Energiesparhäuser aus Holz

Neuentwicklung einer Spezial-Einblasmaschine für setzungssichere Hohlraumdämmung

Am 17.12.2001 wurde dem ersten Hanfdämmstoff die europäisch-technische Zulassung erteilt. Mit dem EU-Craft-Projekt wurde die Entwicklung des Hanfdämmstoff „HDW 1A“ bis zur Zulassung realisiert.

Die Projektleitung untersteht:

Folgende Firmen beteiligten sich als:

Mit der Erteilung der europäisch-technischen Zulassung steht nun ein neuer Dämmstoff bereit, der hervorragend für setzungssichere Hohlraumdämmungen geeignet ist.

Die Wärmespeicherfähigkeit vom Hanf-Dämmstoff ist wesentlich größer als die meisten bisher gebräuchlichen Dämmstoffe bei etwa gleichen Wärmeisoliereigenschaften. Dies ist einerseits erklärbar durch die hohe spezifische Wärmekapazität der Hanffasern und andererseits durch das höhere Raumgewicht gegenüber z.B. Mineralfaserprodukten oder Schaumkunststoffen. Daraus resultiert sowohl ein “Kälteschutz” im Winter als auch ein “Wärmeschutz” im Sommer. Die brandtechnische Einstufung ist die gleiche wie die von Bauholz. Ein Befall von Ungeziefer ist nicht zu erwarten, da keine Insektenschädlinge bekannt sind, die dem Hanf zusetzen könnten. Die hohe Stabilität und Strapazierfähigkeit der Naturfaser Hanf macht die Baustoffe aus Hanffasern unbeliebt bei Nagerschädlingen.

Um die Vorteile der faktalen Geometrie der Hanffaser für die Setzungssicherheit des Dämmmstoffes optimal zu nutzen, ist eine möglichst lange Faser im Dämmstoff wünschenswert. Er eignet sich hervorragend für die in Zukunft zu erwartenden großen Dämmdicken von bis zu 50 cm. und bringt viele Eigenschaften von Haus aus mit, die bei anderen Materialien durch Zumischungen beigebracht werden müssen. Den daraus entstehenden hohen Ansprüchen an die Einblasmaschinen konnte nur durch eine Sonderentwicklung Rechnung getragen werden.

projekt-hanf02.jpg

So ist im Rahmen des EU-Craft-Projektes die Spezial-Einblasmaschine GEKO UZ (Mehr unter http://www.geko-maschinenbau.de) entwickelt und gebaut worden, die das Einbringen von langfaserigem Hanfdämmstoff in Hohlräume ermöglicht. Hanffasern zerfasern und fibrillieren stark auf (fraktale Fasern), was Sie gegenüber glatten Fasern in vielen Anwendungen auszeichnet.

hanf.jpgWährend der Erprobung wurde der Hanf- Dämmstoff in einige Häuser in der Uckermark eingeblasen. Dabei konnte die in den Labortest nachgewiese Setzungssicherheit des neuen Dämmstoffes in eindrucksvoller Weise bestätigt werden. Der Dämmstoff verklettet sich an Wänden und Bauteilen dermaßen stark, dass ein nachträgliches Setzen auszuschließen ist. Diese positive Eigenart des neuen Dämmstoffes wirkt sich auch auf die Verarbeitung aus.

Die erfahrenen Einbläser lernten schnell mit dem Dämmstoff umzugehen und die Vorteile zu nutzen. Die Hanfspezialisten der Hanffaserfabrik Uckermark (vgl. Meldung vom 2002-06-03) und die Maschinenbauer der GEKO konnten bei der gemeinsamen Entwicklung der Spezial-Einblasmaschine ihre Erfahrung und ihr Fachwissen einbringen und so das schwierige Vorhaben gemeinsam zum Erfolg bringen.

Die Besonderheit der Spezial- Einblasmaschine ist eine Druckschleuse, die ohne die sonst üblichen Dichtungen und Bauteile wie Zellradschleusen auskommt. Die Abdichtung erfolgt über den Dämmstoff selbst, der zu einem Propfen gepresst wird, und somit die Blasluftabdichtung herstellt. Dieses Verfahren wurde von der GEKO Maschinenbau GmbH zum Patent angemeldet. Auch für die Zukunft sind noch weitere Entwicklungen geplant. So soll zum Beispiel die Anfertigung von Fertigbauelementen mit einer stationären Technik rationalisiert werden.

Kontakt:
Umweltzentrum Hildesheim e.V.
Richthofenstrasse 29
31137 Hildesheim
Tel.: 0 51 21-70 84 17
Fax: 05121-70 82 38
E-Mail: [email protected]
Internet: www.umweltzentrum-hildesheim.de

*Das Umweltzentrum Hildesheim – zukunftsweisendes Netzwerk für ökologische Dienstleistungen und Produkte

Das Umweltzentrum Hildesheim ist ein Verein, der gegründet wurde, um Bürger, Firmen und Behörden in Umweltfragen zu beraten und an kompetente Ansprechpartner weiterzuleiten.

Es entstand ein Netzwerk von bislang 19 eigenständigen Firmen aus Hildesheim und Umgebung, die entsprechende Leistungen und Produkte aus dem Umweltbereich anbieten und sich dabei in ihrem Angebot gegenseitig ergänzen.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachleute kann das Umweltzentrum Hildesheim auch für komplizierte Probleme Lösungen aus einer Hand anbieten.

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Um der stetigen Weiterentwicklung gerecht zu werden, wird bei regelmäßigen Treffen der fachliche Austausch und Kontakt gepflegt. Nur so ist es möglich, sich optimal zu ergänzen und immer ein qualitativ hochwertiges Angebot zu garantieren.
Aus diesem Grund versteht sich das Umweltzentrum Hildesheim nicht als “geschlossene Gesellschaft”, sondern ist offen für neue Mitglieder aus allen Bereichen der Umweltbranche.

Source: Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 2002-08-21, www.umweltzentrum-hildesheim.de und persönl. Mitteilung von Heinrich Matthies (GEKO Maschinenbau) vom 2002-08-23.

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