3 Februar 2006

EU-Agrarminister fordern Schutz vor Biospritimporten

Die von der Europäischen Kommission angestrebte Verbesserung des EU-Marktzugangs für Biotreibstoffe aus Drittländern stösst im Brüsseler Ministerrat auf Widerstand.

In Sorge um die Lebenschancen des jungen und noch anfälligen europäischen Biospritsektors plädierten Österreich, Frankreich, Belgien, Italien, Litauen und Zypern im Agrarministerrat dafür, am hohen Aussenschutz festzuhalten, wie der Pressedients Agra Europe schreibt.

Die Gemeinschaft müsse aufpassen, ihre Abhängigkeit von den Energielieferungen aus Russland nicht gegen eine Abhängigkeit von den Biospritlieferungen aus Brasilien einzutauschen, warnte der französische Landwirtschaftsminister Dominique Bussereau bei einer Aussprache der Agrarminister über den Biomasse-Aktionsplan.

Die Kommission scheint sich dadurch jedoch nicht von ihrem Kurs abbringen zu lassen. Es sei klar, dass es Importe von Bioethanol geben werde, und es gebe keinen Grund, wegen der Biotreibstoffe aus Europa eine “Festung” zu machen, erklärte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel.

Die Kommission habe Brasilien in den Verhandlungen mit der Mercosur-Gruppe für Bioethanol eine Importquote von 1 Million Tonnen angeboten, und auf diese Offerte werde man wieder zurückkommen.

Die Biomasseproduktion sei für die Gemeinschaft kein Allheilmittel. Obwohl die europäische Nahrungsmittelproduktion durch den Abschluss der Agrarverhandlungen in der Welthandelsorganisation (WTO) voraussichtlich schrumpfen werde, werde die Biomasseproduktion nur ein Nischendasein führen, prognostizierte Frau Fischer Boel.

Die Erzeugung von Biomasse zur Gewinnung von Strom, Wärme und Sprit sei für die europäische Landwirtschaft ausserdem eine Chance zur Verbesserung ihres Images.

(Vgl. Meldungen vom 2006-01-23, 2006-01-24, 2006-01-24 und 2005-08-02.)

Source: lid.ch vom 2006-02-02.

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