17 Februar 2017

Ethische Perspektiven der Bioökonomie

DNWE startet Artikelserie mit Beiträgen namhafter Wissenschaftler, Unternehmensvertreter und Journalisten im Webmagazin forum-wirtschaftsethik.de

Eines der größten öffentlich geförderten Forschungsfelder ist das der Bioökonomie. Mit ihr werden erhebliche Triebkräfte gesellschaftlichen Wandels und wirtschaftlicher Transformation verbunden, ohne jedoch schon im Fokus der breiten Öffentlichkeit zu stehen. Das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik – EBEN Deutschland e.V. (dnwe) will mit einer am 10. Februar beginnenden Artikelserie in seinem Webmagazin forum-wirtschaftsethik.de die Diskussion um die Chancen und Risiken dieser neuen Technologien für Umwelt und Gesellschaft aufzuzeigen und zu einer sachgerechten ethischen Diskussion beitragen.

Die Bioökonomie befasst sich mit der Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen und Prinzipien, um Produkte und Dienstleistungen herzustellen. Ihre Basis sind erneuerbare Rohstoffe, die von Pflanzen, Mikroorganismen oder Tieren produziert werden, sowie biologische Verfahren und Erkenntnisse, die beispielsweise in der Medizin, Chemie- und Umwelttechnik eingesetzt werden. Ging es zu Beginn der Bewegung um die Jahrhundertwende in erster Linie um den Ersatz fossiler Energieträger wie Öl und Gas, werden heute Durchbrüche für nachhaltiges Wachstum, die Reduktion von Klimagasen und die Ernährungssicherung der steigenden Weltbevölkerung erwartet. Die Vorzüge sind jedoch nicht zum „Nulltarif“ zu haben. Natürliche Ressourcen wie insbesondere die Böden müssen besser geschützt werden und Biomasse und landwirtschaftliche Erzeugnisse nachhaltiger produziert werden. Der Ausstieg aus einer Wirtschaft die auf fossilen Energien basiert, erfordert Umdenken in der chemischen Industrie und trägt das Potenzial tiefgreifender sozialer Veränderungen. Es ergibt sich eine Vielzahl von Zielkonflikten, die nur im offenen Dialog aller gesellschaftlichen Kräfte gelöst werden können.

„Das DNWE kann als unabhängige Multi-Stakeholder Initiative eine geeignete Plattform für die Debatte bieten“ sagt der Initiator der Serie und Vorstandsmitglied Dr. Frank Simon und fordert zur Diskussion im DNWE Webmagazin forum-wirtschaftsethik.de auf. Die zunächst auf 14, wöchentlich erscheinende Artikel angelegte Serie thematisiert u.a. Entwicklung und grundlegende Zielkonflikte der Bioökonomie, Fragen der Governance, des Klima- und Naturschutzes sowie das ins Wanken geratende Verhältnis von Mensch und Natur aus wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und politischer Perspektive. Zu den Autoren zählen profilierte Fachleute wie z.B. der Vorsitzende des Bioökonomierates Prof. Joachim von Braun, die Ethiker Prof. Ingo Pies, Prof. Franz-Theo Gottwald und Prof. Nikolaus Knoepffler sowie die Zeit-Redakteurin Chistina Grefe und der Journalist Horst Hamm u.v.a.m. Eine Übersicht über Themen, Erscheinungstermine und Autoren enthält der Anhang.

Über das DNWE

Das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik ist ein Multistakeholder-Netzwerk mit breiter wissenschaftlicher Basis und knapp 25jähriger Expertise in allen Bereichen der Wirtschafts- und Unternehmensethik. Unsere Mitglieder kommen aus den Wissenschaften, aus der Beratung, aus Unternehmen, Verbänden und Gruppierungen der Zivilgesellschaft. Wir vertreten kein partikulares Interesse außer der Förderung von Unternehmens- und Wirtschaftsethik in Forschung, Lehre und der Verbreitung wirtschafts- und unternehmensethischer Methoden und Erkenntnisse in Unternehmen und Politik. Wir sind auch keine Lobbyorganisation zur Propagierung bestimmter moralischer issues.

Unsere gemeinsame Fragestellung ist, wie moralische Anliegen in wirtschaftlichen Prozessen zur Geltung kommen können und wo ggf. auch nicht. Die gesellschaftlichen Folgen einer Über-Moralisierung sind genauso unser Thema wie die systematische Ausblendung moralischer Fragestellungen in einem auf Zahlen fokussierten Unternehmensumfeld. Mit diesem Problemverständnis beteiligen wir uns an den Diskursen zu den Leitthemen „Nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte“, „Integrität und Compliance“ sowie „Unternehmensverantwortung (CSR)“.

Source: DNWE, Pressemitteilung, 2017-02-07.

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