5 Januar 2009

Erster Testflug mit Biodiesel aus Jatropha

Biotreibstoffflug der Air New Zealand erfolgreich

Der weltweit erste Testflug der zivilen Luftfahrt mit umweltfreundlichem Biotreibstoff fand am 30. Dezember in Auckland, Neuseeland, statt. Während des zweistündigen Air New Zealand Fluges, der um 11.30 Uhr Ortszeit vom internationalen Flughafen von Auckland startete, wurden auf verschiedenen Flughöhen und unter unterschiedlichen Bedingungen Tests zur Dokumentation der Leistungsfähigkeit von Biotreibstoff durchgeführt.

Eines der Triebwerke der Boeing 747-400 von Neuseelands nationaler Fluggesellschaft war für den Flug mit Sprit aus einer 50:50-Mischung aus Jatropha-Öl und Jet A1-Treibstoff betankt worden. Nach der Landung des Fluges, der über die Hauraki Golfregion nordöstlich von Auckland führte, informierten Kapitän Keith Pattie und Air New Zealand Chefpilot David Morgan die Anwesenden.

air_zealand_2.jpg“Unsere am Boden und während des Fluges durchgeführten Tests zur Prüfung der Leistungsfähigkeit von Jatropha-Öl im Tanksystem wie bei der Motorleistung haben die erfolgreichen Laborergebnisse bestätigt,” erläutert Captain Morgan. “Während der nächsten Tage werden unsere Techniker die Resultate weiter auswerten und Triebwerk und Tanksystem nach möglichen Veränderungen, die durch den Einsatz des Biotreibstoffs auftreten könnten, kontrollieren. Die Ergebnisse analysieren wir gemeinsam mit unseren Projekt-Partnern. Sie werden uns auf dem Weg, Jatropha-Öl als Treibstoff für die Luftfahrt zertifizieren zu lassen, einen großen Schritt voranbringen.”

Der Testflug basiert auf einer gemeinsamen Initiative von Air New Zealand, Boeing, Rolls-Royce und Honeywell UOP mit Unterstützung von Terasol Energy. Rob Fyfe, Air New Zealand Chief Executive Officer, unterstreicht die Bedeutung des Fluges als ein Meilenstein: “Dies ist ein wichtiger Erfolg auf unserem Weg, umweltfreundlichste Fluggesellschaft der Welt zu werden. Wir Air New Zealander sind umweltbewusst aus Leidenschaft. Wir prüfen jeden Aspekt unserer Flugbewegungen zur Reduzierung von Treibstoffverbrauch und CO2-Ausstößen. Noch stehen wir am Anfang der Entwicklung nachhaltiger Treibstoffe und es ist aufregend, Teil dieses bedeutenden Augenblicks in der Geschichte der Luftfahrt zu sein.”

Die folgenden Tests wurden während des Fluges mit dem mit Biotreibstoff betankten Triebwerk 1 durchgeführt:

  • Start bei voller Motorenleistung wie bei regulären Flügen.
  • Aufsteigen auf eine Höhe von 25.000 Fuß (7.500 Meter). Ab einer Flughöhe von 20.000 bis 25.000 Fuß (6.000 bis 7.500 Meter) Abschalten der Treibstoffpumpe von Triebwerk 1 zur Prüfung der Schmierfähigkeit des Treibstoffs.
  • Cruise: auf 35.000 Fuß Flughöhe (10.500 Meter) Umschalten auf manuelle Überwachung der Triebwerke zur EPR-Kontrolle (Engine Pressure Ratios) sowie Prüfen weiterer Motoren-Leistungsmerkmale.
  • Messung der Frequenz-Veränderung bei Beschleunigung bzw. Verminderung der Geschwindigkeit.
  • Sinkflug: Windmill-Start auf 26.000 Fuß (7.800 Meter) bei 300 Knoten und Anlasserunterstützte Neuzündung auf 18.000 Fuß (5.400 Meter) bei 200 Knoten.
  • Simulierter Anflug und Durchstarten auf 8.000 Fuß (2.400 Meter) zur Leistungsprüfung bei maximaler Schubkraft.
  • Normale Landung mit vollem Bremsschub nach dem Aufsetzen.
  • Rollen: Abschalten und Neustart am Boden.

Nicht verhandelbar für Air New Zealand und ihre Partner war die Einhaltung von drei Kriterien für den im Testprogramm eingesetzten Biotreibstoff. Diese betreffen die Bereiche Soziales, Technik und Wirtschaftlichkeit. Erstens muss die Gewinnung nachhaltig sein und darf nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln stehen. Zweitens muss der Treibstoff herkömmliche Qualitäten ersetzen können und zumindest so gut sein, wie das Produkt, das heute genutzt wird. Schließlich soll er in puncto Kosten konkurrenzfähig und gleichzeitig jederzeit verfügbar sein. Voraussetzung bei der Auswahl der Anbaugebiete war, dass die Felder innerhalb der letzten 20 Jahre nicht als Wald- oder Weideland genutzt wurden.

Die Qualität der ausgewählten Böden und das Klima sind für den Anbau von Nahrungsmitteln ungeeignet. Die Böden werden ausschließlich durch natürlichen Niederschlag und nicht künstlich bewässert. Das von Terasol Energy angelieferte Jatropha-Öl wurde von den Partnern Air New Zealand, Boeing und UOP unter Verwendung ihrer neuesten Technologie zu einem Flugzeug-Treibstoff aus erneuerbaren Ressourcen raffiniert, der herkömmlichen Erdöl-basierenden Treibstoff unmittelbar ersetzen kann.

Source: inar.de, Pressemitteilung, 2008-12-30.

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