16 August 2006

Erste Bioraffinerie im Osten Deutschlands geht an den Start

Mit der Inbetriebnahme einer Pilotanlage zur Herstellung von Milchsäure aus Roggen wird am Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim ein weiterer Meilenstein für die Biomasseforschung und die wertschöpfende Nutzung pflanzlicher Rohstoffe im ländlichen Raum gesetzt.

Nach einjähriger Bauzeit wird die neue Pilotanlage am Mittwoch, den 23. August in Beisein von Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) sowie Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) den Betrieb aufnehmen.

Mit dieser ersten Bioraffinerie im Osten Deutschlands kommt ein biotechnologisches Verfahren zur Anwendung, das eine effiziente Veredelung von Inhaltsstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, zum Beispel Roggen, möglich macht. Die Kosten für die neue Pilotanlage belaufen sich auf insgesamt 3,2 Mio. Euro. Davon wurden 2,4 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über die InvestitionsBank des Landes Brandenburg (ILB) zur Verfügung gestellt. Das Land Brandenburg sowie das Bundeslandwirtschaftsministerium übernahmen jeweils 12,5 Prozent der Investitionssumme.

Als Hauptprodukt wird Milchsäure gewonnen, eine Basischemikalie, die als Geschmacksstoff, Säuerungs- und Konservierungsmittel Anwendung findet, aber auch zu umweltfreundlichen Lösungsmitteln oder biologisch abbaubaren Kunststoffen weiterverarbeitet werden kann.

Ein neues, hier erstmals angewandtes Verfahren ermöglicht dabei eine bis zu fünffach höhere Produktivität und damit konkurrenzfähige Herstellung von hochreiner Milchsäure. Die technischen Grundlagen für die kontinuierliche Prozessführung wurden am ATB gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung entwickelt.

Die Pilotanlage ist für Demonstrations- und Forschungszwecke mit einer jährlichen Produktionsleistung von 10 Tonnen Milchsäure konzipiert. Möglichkeiten der alternativen Nutzung von Biomasse werden praxisnah untersucht und für die technische Anwendung in Großanlagen vorbereitet. Zu den vordringlichen Aufgaben zählt auch die Bereitstellung von Produktmustern für die spezifischen Anforderungen der Weiterverarbeiter.

Das neue Verfahren eröffnet Möglichkeiten zur Schaffung alternativer Einkommensquellen und zusätzlicher Arbeitsplätze in der Region und setzt damit Akzente für Brandenburg und seine Landwirtschaft.

Kontakt:
Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V.
Helene Foltan (Öffentlichkeitsarbeit)
Max-Eyth-Allee 100
14469 Potsdam
Tel.: (0331) 5699-820
Fax: (0331) 5699-849
E-Mail: [email protected]

Source: Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB) vom 2006-08-16.

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