31 Oktober 2006

Ernteausfälle beflügeln Agrarrohstoffpreise – auch in den USA

Neue Kraftstoffe und Spekulanten sind Ursache für dramatische Preisanstiege bei Agrarrohstoffen

Nicht nur diese beiden Faktoren beeinflussen die Nachfrage nach den Rohstoffen Mais, Weizen und Sojabohnen in erheblicher Weise, sondern auch die diesjährigen Ernteausfälle. Aufgrund dessen befindet sich der Mais-Future zur Lieferung im Dezember auf einem Zwei-Jahreshoch. Lag der Future Mitte Oktober 2005 noch bei rund 200 US-Cent je Bushel (35,24 Liter), so erreichte er Mitte Oktober 2006 bereits über 315 US-Cent je Bushel.

Ähnlich verhielt es sich mit den Rohstoffen Weizen und Sojabohnen. “Weizen hat sich allein in den vergangenen vier Wochen um mehr als 24% verteuert, Sojabohnen im gleichen Zeitraum um rund 7%.”

Die Lagerbestände von Mais befinden sich laut US-Agrarministerium auf tiefstem Niveau seit 20 Jahren. Mitverantwortlich dafür ist die zunehmende Bedeutung der Bio-Ethanolproduktion. “Neue Benzinsorten in den USA müssen anstelle des umweltschädlichen Zusatzes MTBE das aus Mais gewonnene Ethanol verwenden.”

Nach Angaben des Branchenverbandes National Corn Growers Association liegt der industrielle Verbrauch von Ethanol inzwischen bei 14,6% der jährlichen Gesamtnachfrage nach Mais von 10,8 Milliarden Bushel (1 Bushel = 35,24 Liter).

Ebenso beeindruckend ist die Entwicklung der Bio-Ethanolproduktion in den USA. Seit 2003 hat sich die Produktionsmenge nahezu verdoppelt: “Der Ethanol-Ausstoß der 95 US-Raffinerien lag 2005 bei 4,3 Milliarden Gallonen (eine Gallone entspricht 3,78 Liter)”.

(Vgl. Meldungen vom 2005-08-12 und 2006-05-15.)

Source: Financial Times Deutschland vom 2006-10-17.

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