28 November 2006

Erfolgreich: 1. Internationale Konferenz für Biodieselhersteller (24./25.11.2006)

AGQM-Qualitätssicherungskonzept findet international Beachtung

Anlässlich der 1. Internationalen Konferenz für Biodieselhersteller vom 24. bis 25. November 2006 im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin, begrüßte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanangement Biodiesel e.V., Dr. Jürgen Fischer, über 60 Teilnehmer aus 17 Ländern.

In seinem Vortrag stellte der AGQM-Vorsitzende die Gründe und die inzwischen gesammelten Erfahrungen mit dem von der AGQM entwickelten Qualitätssicherungskonzept für Biodiesel vor. Dieses umfasse den gesamten Lebensweg, beginnend über den Rohstoffeinkauf, den Verarbeitungsschritten und Dokumentationspflichten in der Produktionsanlage, bis zum Endvertrieb über Händler und Tankstellen zum Endverbraucher.

Auch die Biodieselindustrie habe im Kraftstoffmarkt grundsätzlich nur dann eine langfristige Perspektive, wenn sich die Branche von Anfang an auf die gemessen an den steigenden motortechnischen Anforderungen erforderliche Kraftstoffqualitätsentwicklung einstelle, betonte der Vorsitzende.

Qualitätsproduktion und Qualitätssicherung sei der Schlüssel für den nachhaltigen Marktzugang. Die AGQM stelle sich diesen Anforderungen mit dem Ziel, nicht nur den Mitgliedern, sondern auch Anwendern und Behörden beratend zur Seite zu stehen. Aus dieser Tätigkeit heraus habe sich gleichzeitig eine intensive Zusammenarbeit zwischen der Fahrzeug- und Mineralölindustrie entwickelt.

Inzwischen habe die AGQM einen zunehmend auch international anerkannten Status erreicht, indem sie z.B. in Abstimmung mit dem Normenausschuss für Mineralöle im DIN Ringversuche für die Weiterentwicklung der Prüfmethoden und zur Qualifizierung der Prüflabors durchführe.

Im Gegensatz zu Bioethanol, das weltweit chemisch identisch sei, spiele die Rohstoffherkunft im Hinblick auf die erforderliche Biodieselqualität eine entscheidende Rolle. Die Konferenz diene da-her ebenfalls dazu klar zu stellen, dass die hohen qualitativen Ansprüche der Fahrzeug- und Mineralölindustrie nicht darauf beruhen, bestimmte Rohstoffe vom Marktzugang auszugrenzen, sondern vielmehr sicher zu stellen, dass die Produkt- und damit Anwendungssicherheit im Sinne der Kundenzufriedenheit Vorrang habe, stellte Dr. Fischer klar.

Diese Feststellung unterstrichen Dr. Thomas Garbe, Volkswagen AG und Dr. Jörg Ullmann, Robert Bosch GmbH, in ihren Vorträgen zur Frage der Anforderungen an die Biodieselqualität aus der Sicht eines PKW- bzw. Einspritzpumpenherstellers. Margret Schmidt von Shell Global Solutions, stellte in diesem Zusammenhang Ergebnisse aus einem Projekt zur Untersuchung möglicher Wechselwirkungen zwischen Biodiesel und Mineralöldieselkraftstoff vor.

Professor Dr. Jürgen Krahl vom Steinbeis Transfer Zentrum Biokraftstoffe in Coburg erläuterte in seinem Vortrag, dass mit Biodiesel auch die entsprechenden emissionsrechtlichen Anforderungen für PKW und Nutzfahrzeuge erfüllt werden müssen und in welchem Maße die Biodieselqualität die Abgasqualität bestimmt.

Dass für eine breite Markteinführung die Abstimmung einer definierten Kraftstoffmindestqualität Voraussetzung ist, erläuterten der frühere Vorsitzende des zuständigen technischen Ausschusses im CEN, Carel Stapel, sowie Dr. Thomas Feuerhelm, Geschäftsführer des Normenausschusses für Mineralöle im DIN. Die Experten gaben einen Überblick über den aktuellen Stand und die Weiterentwicklung der Norm für Biodiesel auf nationaler und europäischer Ebene.

Professor Dr. Martin Mittelbach vom Institut für organische Chemie der Karl-Franzens-Universität Graz sowie Dr. Thomas Wilharm, ASG Analytik-Service GmbH, stellten die Prüfmethoden für die Analyse der Biodieselqualität sowie den weiteren Entwicklungsbedarf vor. Hintergrund für die kritische Betrachtung einiger Testmethoden ist die Tatsache, dass die erforderliche Präzision nicht bei jeder Methode in dem gewünschten Maße gegeben ist.

Die Prüfqualität spielt jedoch im Hinblick auf potenzielle Qualitätsmängel und hiermit einhergehend gewährleistungsrechtliche Anforderungen eine entscheidende Rolle. Harald Wüsteney von der Allianz Global Corporate and Speciality AG und Dr. Jens Haupt, AGQM, stellten in ihren Vorträgen heraus, dass Qualität und Qualitätssicherung entscheidende Voraussetzungen nicht nur für eine dauerhafte Funktionssicherheit bei der motortechnischen Anwendung sind, sondern auch Grundlage für die Versicherungswirtschaft, im Schadensfall mit der entsprechenden Versicherungssumme einzutreten. Wie die Qualitätssicherung in der Praxis in einem Unternehmen umgesetzt wird, erläuterte Dr. Georg Pollert, Geschäftsführer der Mitteldeutschen Umesterungswerke am Beispiel seiner Produktionsanlage.

Im Laufe einer Exkursion zu den Biodieselwerken Bio-Ölwerk Magdeburg GmbH und Mitteldeutsche Umesterungswerke & Co. KG GmbH gewannen die Teilnehmer einen Einblick in die praktische Umsetzung der Qualitätsproduktion und -sicherung, beginnend mit dem Rohstoffeinkauf über Verarbeitungsstufen bis hin zur Laborprüfung und Dokumentation.

Mit der ersten internationalen Konferenz für Biodieselhersteller hat die AGQM den Grundstein für die Entwicklung eines internationalen Netzwerkes geschaffen. Die AGQM verfolgt das Ziel den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit im Bereich der Biodieselqualitätsproduktion zu intensivieren. Die AGQM kündigte anlässlich der Konferenz an, das Qualitätssicherungskonzept schrittweise auch Biodieselherstellern im Ausland zu öffnen.

Kontakt
Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel e. V. (AGQM)
Dieter Bockey
E-Mail: info@agqm-biodiesel.de

Source: AGQM vom 2006-11-26.

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