11 Oktober 2005

Entspannter leben: Schallschutz im Holzhaus

Die Nachbarn haben Besuch, draußen tobt der Feierabendverkehr und im Zimmer nebenan spielt Musik Lärm strapaziert die Nerven. Schallschutz ist daher eine der wichtigsten Anforderungen beim Haus- und Wohnungsbau. Wer bislang modernisierte oder ein Haus baute, dachte in der Regel: Dick und massiv müssen Wände und Decken sein. Der moderne Holzbau setzt dagegen auf intelligente Konstruktion statt purer Masse und bietet eine viel leichtere und in hohem Maße sichere Alternative, die selbst einen erhöhten Schallschutz problemlos ermöglicht.

Beim Schallschutz werden grundsätzlich zwei Kategorien unterschieden: Luft- und Trittschall. Luftschall entsteht durch Geräuschquellen wie Musik oder Gespräche. Die Schallwellen treffen auf Wände und Decken und werden in den Bauteilen weitergeleitet. Dabei gilt: Je größer das Schalldämmmaß der Wände und Decken ist, desto besser ist der Schallschutz. Beim Trittschall, der beispielsweise durch Stühlerücken oder Gehen verursacht wird, ist es genau umgekehrt. Der Trittschallschutz ist umso besser, je kleiner der Schallpegel ist.

Die gültige DIN-Norm 4109 verlangt bei Wohnungstrennwänden eine Luftschalldämmung von bis zu 53 Dezibel (dB) und bei Wänden im eigenen Wohnbereich 40 dB. Bei Holzrahmenbauten liegt der Standard für Wohnungstrennwände bereits bei über 60 dB. Damit werden die baurechtlichen Anforderungen nicht nur sicher erfüllt, sondern bereits in der Standardausführung übertroffen. Als Mindestanforderung für den Trittschallschutz von Decken zwischen zwei Wohnungen muss ein Schallpegel von höchstens 63 dB eingehalten werden. Eine übliche Geschossdecke im Holzbau hat einen Trittschalldämmwert von 56 Dezibel und bietet damit einen besseren Schutz als gefordert.

Mehrschichtiger Aufbau ermöglicht individuellen Schallschutz Moderne Holzhäuser erfüllen nicht nur sicher die üblichen Schallschutz-DIN-Normen im Hochbau, sondern bei entsprechender Vorsorge auch problemlos die Anforderungen an erhöhten Schallschutz. Möglich ist dies durch den grundsätzlich mehrschichtigen Aufbau von Wänden und Decken.

Aus einer Vielzahl von Werkstoffen werden je nach gewünschter Schallschutzanforderung die besten Materialien ausgesucht und so miteinander kombiniert, dass die Schallübertragung optimal vermindert wird. Ein Beispiel: Wird bei einer Geschossdecke statt der üblichen Lattung eine Federschiene eingesetzt, verbessert sich der Schallschutz um sechs dB auf 50 dB. Bei einer zusätzlichen Beschwerung der Rohdecke sinkt der Trittschallpegel sogar auf 40 dB.

Erhöhter Schallschutz ist zwar etwas aufwendiger, lohnt sich aber, zumal das Holzhaus von den Baukosten her den direkten Vergleich mit einem Massivhaus nicht zu scheuen braucht. ‘Wenn man qualitativ vergleichbar mit einem guten Massivhaus bauen will, kostet es mit Holz genauso viel’, so Dipl.-Ing. Architekt Joachim Seinecke aus Münster, der über jahrelange Erfahrung im Schallschutz verfügt.

Schmale Wände mit großer Wirkung

Beim Schallschutz gegen Außenlärm ist nicht nur eine gute Schalldämmung der Außenwand ausschlaggebend. ‘Erst das Zusammenspiel von Außenwand, Fenster und den jeweiligen Flächenanteilen entscheidet über die Qualität der gesamten Konstruktion’, erläutert Seinecke. Die Möglichkeit, die Schalldämmung in der Wand unterzubringen vor dem Hintergrund des mehrschichtigen Aufbaus schafft hochschalldämmende Wände. Hochgedämmte Holzkonstruktionen sind daher vergleichsweise dünn und bieten dadurch mehr Wohnraum.

Im modernen Holzbau werden ganze Bauteile, wie Wände und Decken, in der Werkstatt vorgefertigt. Dies gewährleistet eine hohe Präzision und sorgt für eine absolut luftdichte Gebäudehülle. Der Straßenlärm bleibt draußen und die Wärme drinnen. Holzhäuser erfüllen neben dem Schallschutz auch in idealer Weise die Ansprüche an den Wärmeschutz.

Source: holz.net vom 2005-10-11.

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