26 September 2005

Energieversorgung der Zukunft: Strom, Wärme und Kraftstoffe aus Biomasse!

“Die Bioenergie spielt eine immer wichtigere Rolle in der Energieversorgung. Nachdem das Multitalent Bioenergie bereits Ende 2004 einen Marktanteil von 1,6% im Strommarkt, 3,9% im Wärmemarkt und 1,6% im Kraftstoffmarkt erzielen konnte, ist auch für 2005 und die Folgejahre mit einem dynamischen Marktwachstum von 20 bis 30% pro Jahr zu rechnen, so Helmut Lamp, Vorsitzender des Vorstandes des Bundesverbandes BioEnergie e.V. (BBE) im Rahmen des internationalen Fachkongresses für Holzenergie “IHE 2005” am 22./23.9.2005 in Augsburg.

“Hierzu sind auch in der neuen Legislaturperiode verlässliche politische Rahmenbedingungen unerlässlich. Der Fortbestand des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) und dessen effiziente Weiterentwicklung nach dem im Gesetz vorgesehenen Evaluierungszeitpunkt 31.12.2007 ist für die Bioenergiebranche ein von der Politik eingefordertes notwendiges Signal. Biogasanlagen und Holzverstromungsanlagen erhalten durch das EEG positive ökonomische Impulse. Diese positiven Marktentwicklungen und die damit verbundenen Investitions-, Beschäftigungs- und Innovationschancen gilt es durch den Fortbestand des EEG mittelfristig zu sichern”, stellte Helmut Lamp heraus.

Für den weiteren Marktausbau der Biokraftstoffe sieht der BBE zur Schaffung einer Investitionssicherheit eine frühzeitige Anschlussregelung der Mineralölsteuerbegünstigung für Biokraftstoffe über den 31.12.2009 hinaus als eine notwendige politische Maßnahme. Zudem fordert der BBE zukünftig den Ausbau der Bioenergie im Wärmemarkt verstärkt auf die politische Agenda zu setzen.

“Von oberster Priorität ist es hier, ähnlich wie im Strom- und Kraftstoffmarkt klare politische Ausbauziele für die Biomasse festzulegen. Zur Stimulierung des Wärmemarktes ist ein haushaltrechtlicher und ein budgetadäquater Fortbestand des Marktanreizprogramms zur Förderung Erneuerbarer Energie auf Bundesebene eine notwendige Voraussetzung. Zudem ist die politische Initiierung weiterer effizienter Maßnahmen und innovativer Instrumente zur Förderung der Bioenergie im Wärmemarkt eine wichtige Aufgabe in der neuen Legislaturperiode”, so Helmut Lamp.

Heizen mit Biomasse und Holz rücke auf Grund der extrem steigenden fossilen Energiepreise immer mehr in das Interesse von privaten Haushalten und den unter knappen Kassen leidenden Kommunen. Die Bioenergie biete hier eine interessante Alternative: Der Anteil der Pelletsheizungen betrug Ende 2004 bereits 28.000 Anlagen, bis Ende 2006 rechnet der BBE mit einem Anstieg auf bundesweit 50.000 Anlagen.

Auch für Kommunen, Gewerbe und Industrie bieten Biomasseheizwerke eine ökonomische Alternative zu Öl und Gas. Bereits 1.100 Biomasseheizwerke ] 500 kW jeweils installierter Leistung waren 2004 bundesweit in Betrieb. Biomasseheizwerke können in Verbindung mit Nahwärmenetzen kommunale Einrichtungen und ganze Neubaugebiete mit umweltfreundlicher Wärme aus Biomasse versorgen. Haupteinsatzstoff hierfür ist nachwachsendes Waldholz, welches in allen Regionen Deutschlands in großen ungenutzten Mengen vorhanden ist.

Auch die Stromerzeugung aus fester Biomasse bis 20 MW und die kombinierte Kraft-Wärme-Kopplung im mittleren Leistungsbereich bis 5 MW erfährt durch die Impulse des EEG eine positive Entwicklung, insgesamt rechnet der BBE in diesem Marktsegment bis Ende 2005 mit einer bundesweit installierten Leistung von 900 MWel.

“Perspektivisch bleibt hier zu hoffen, dass innovative Technologien wie z.B. die Holzvergasung den breiten Marktdurchbruch schaffen, hierzu sind begleitend zum EEG aber auch intensivierte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die gesamte Wertschöpfungskette Bioenergie notwendig”, blickte Helmut Lamp in die Zukunft. Gleichzeitig zeige sich aber auch in einer ersten Bewertung des novellierten EEG, dass der im Gesetz gewährte Bonus für den Einsatz für Waldholz in vielen Fällen nicht ausreichend ist. “Dies haben wir bereits unmittelbar nach Inkrafttreten des novellierten EEG kritisiert und sehen hier auch Nachbesserungsbedarf bei einer effizienten Weiterentwicklung des EEG nach 2007″, stellte Helmut Lamp heraus.

Zugleich mahnt der BBE an, die positiven Impulse des EEG nicht durch administrative Hürden in der Genehmigungspraxis zu konterkarieren. Hier haben sich bei der Projektierung von Holzverstromungsanlagen im kleinen und mittleren Leistungsbereich bereits erste Probleme durch restriktive Genehmigungspraktiken ergeben. Diese gelte es zukünftig zu beseitigen.

Positiv hob der BBE abschließend die positive Entwicklung der internationalen Kongressmesse für Holzenergie “IHE 05″ in Augsburg hervor. Sowohl die Messe als auch der begleitende BBE-Fachkongress für Holzenergie erfreuen sich steigender Nachfrage und haben sich als bundesweite Leitveranstaltung für die Holzenergie etabliert. “Solche öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen sind sehr wichtig, um neue Kundengruppen anzusprechen und die Akteure des Holzenergiemarktes durch einen jährlichen Branchentreff zu vernetzen”, zog Helmut Lamp für den BBE ein sehr zufriedenes Fazit.

Die internationale Kongressmesse für Holzenergie “IHE 06″ findet vom 28. September bis zum 1. Oktober 2006 wiederum in Augsburg statt, der begleitende BBE-Fachkongress für Holzenergie ist für den 28. und 29. September 2006 terminiert.

Weitere Informationen:
Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE)
Bernd Geisen, Thomas Siegmund
Godesberger Allee 142-148
D-53175 Bonn
Telefon: (0228) 81 002-22
Telefax: (0228) 81 002-58
Email: info@bioenergie.de
Internet: www.bioenergie.de

Source: Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE), Bonn vom 2005-08-29.

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