21 August 2006

Emsland: CO2-Zertifikate-Handel jetzt auch für Privathaushalte!

Landkreis und EWE initiieren bundesweites Modellprojekt

Im Landkreis Emsland können künftig Privatleute mit CO2-Zertifikaten handeln. Damit werden Anreize zum Energiesparen und Klimaschutz gesetzt. Für 150 Privathaushalte in Sögel und Werlte sowie öffentliche Gebäude in Haselünne stellen der Landkreis und der Energieversorger EWE Zuschüsse für eine Energieberatung bereit. Energiesparende Maßnahmen werden dann mit einer CO2-Gutschrift belohnt, die über einen Fonds an die Eigentümer ausgezahlt wird.

Grundlage für den CO2-Zertifikate-Handel ist das Klimaschutz-Protokoll, das viele Staaten 1997 in Kyoto (Japan) unterzeichnet haben. Der internationale Handel mit Industrie-CO2 ist seit Anfang 2005 in vollem Gange. Für die Bereiche Haushalte und Verkehr wird er vermutlich in den nächsten Jahren flächendeckend eingeführt. In einem Modellvorhaben kann dies bereits jetzt im Landkreis Emsland erprobt werden.

Gemeinsam stellten Landrat Hermann Bröring und der EWE-Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Brinker das Projekt in Werlte vor. Bröring erinnerte daran, dass die Idee der Einbeziehung von Privathaushalten in den CO2-Zertifikatehandel im Zukunftsforum Emsland geboren sei, in dem sich regionale Akteure 2005 über die künftige Entwicklung Gedanken gemacht hätten. Mit der EWE AG sei ein kompetenter Partner gefunden worden.

”Der Handel mit CO2-Zertifikaten ist in der Industrie bereits üblich. Wir wollen nun auch Privatleuten die Chance geben, vom Klimaschutz zu profitieren”, so Bröring. Das bundesweit einmalige Modellprojekt soll beweisen, dass bei entsprechenden Anreizen der Energieverbrauch in Privathaushalten sinkt und dabei handelbare CO2-Zertifikate entstehen. Die gewünschten Investitionen in die Gebäudedämmung oder die Heiz- und Energietechnik seien gleichzeitig ein Konjunkturprogramm für regionale Unternehmen, so Bröring.

Auch die EWE AG als Energielieferant in der Region begrüßt Brinker zufolge die Kooperation. ”Innovative, energiesparende Projekte sind auch im Interesse der Energieunternehmen”, so Brinker.

Den teilnehmenden Haushalten werde zunächst ein Zuschuss für eine Energiesparberatung in Höhe von 300 Euro für ein Einfamilienhaus gewährt, das vor 1990 gebaut worden sein muss, um einen größeren Einspareffekt erzielen zu können. Danach erfolge eine CO2-Vergütung für die dadurch erzielten Reduktionen von 20 Euro je Tonne CO2- pro Jahr. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und soll noch in diesem Jahr starten.

Dafür steht ein Budget von 300.000 Euro zur Verfügung, das je zur Hälfte vom Landkreis Emsland und EWE getragen wird. Das Projektbüro wird am Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe (3N) in Werlte eingerichtet. Bei entsprechender Resonanz könnte das Modellvorhaben bereits Ende 2007 auf den ganzen Landkreis Emsland ausgeweitet werden.

Source: 3N Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe vom 2006-08-17.

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