17 September 2008

Emissionshandel gefährdet europäische Papierindustrie

Votum des EP-Industrieausschusses "katastrophal" für Papierindustrie

Die deutsche Papierindustrie betrachtet die jüngste Empfehlung des Industrieausschusses des Europäischen Parlaments zum Emissionshandel als katastrophal. “Wenn die Pläne der Europäischen Kommission zum Emissionshandel unverändert realisiert werden, sind energieintensive Branchen wie die Papierindustrie in Deutschland und Europa nicht mehr wettbewerbsfähig”, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Papierfabriken, Klaus Windhagen. Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des europäischen Parlaments hatte am 11. September über das Klimapaket der EU-Kommission beraten, das ab 2020 eine vollständige Auktionierung der Zertifikate für CO2 vorsieht. Dabei folgte er im Wesentlichen dem Vorschlag der Kommission und empfahl, erst 2010 über mögliche Ausnahmen zu beraten.

Die dramatischen Energiepreissteigerungen haben bereits jetzt Opfer in der deutschen Papierindustrie gefordert. Allein 2007 und 2008 sind aus diesem Grund acht Standorte geschlossen oder deren bevorstehende Schließung angekündigt worden, fünf Unternehmen haben Insolvenzantrag gestellt. Das bedeutet einen Verlust von sechs Prozent der Arbeitsplätze in der deutschen Papierindustrie.

Wachstumsschwäche in der Papierindustrie
Für die deutsche Papierindustrie bot sich zudem im Absatz in den ersten sieben Monaten 2008 ein noch schlechteres Bild als im Vorjahr. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gab es bei Produktion und Absatz im Durchschnitt über alle Sorten mit 0,0% bzw. 0,2% kein Wachstum mehr. Das für die deutsche Papierindustrie wichtige Inlandsgeschäft hat sich mit einem Zuwachs von 0,6% noch leicht positiv entwickelt. Wie bereits im Vorjahr zeigte sich jedoch der Auslandsabsatz ohne Dynamik.

Die Situation in den großen Sortenbereichen der Papierindustrie stellt sich unterschiedlich dar: Der Absatz bei den Grafischen Papieren nahm zwar um 1,2% zu, ein Großteil der Sortenbereiche leidet aber weiterhin unter den weltweiten Überkapazitäten. Im Verpackungsbereich ging der Absatz sogar um 1,0% zurück, allerdings ausgehend von einem hohen Niveau. Bei den Hygienepapieren nahm der Absatz u. a. aufgrund einer neuen Papiermaschine deutlich um 6,3% zu, bei den Spezialpapieren ging er um 4,3% zurück.

Die insgesamt schwache Absatzentwicklung findet sich auch beim Umsatz der deutschen Papierindustrie wieder. Für die ersten sieben Monate 2008 war lediglich noch ein Umsatzzuwachs von 1,7% zu verzeichnen. Dieses Ergebnis lässt sich nicht mehr auf Absatzsteigerungen zurückführen, sondern nur noch auf die leichten Erlösverbesserungen in einigen Bereichen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Source: Verband Deutscher Papierfabriken e.V., Pressemitteilung, 2008-09-17.

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