22 Mai 2001

Elster-Hanf in der Krise

Die Landwirtschaftsbetriebe um Elsterwerda sind gefordert – sollten die 900 Hektar Anbaufläche für das Elster-Hanf-Aufbereitungsprojekt nicht zusammenkommen, wird die von vom Herzberger Amt für Strukturentwicklung geplante Erzeugergemeinschaft wahrscheinlich auf der Strecke bleiben. So lädt der Schraden e.V. mit Walter Beckmann zum 30. Mai ein Dutzend Vertreter großer Betriebe zur konkreten Konfrontation. Der Skepsis (vgl. auch Meldung vom 19.04.01) der Landwirte will Beckmann mit seinen Anbauerfahrungen des vergangenen Jahres und 100 Hektar Pionier-Anbaufläche begegnen: “Ich würde auch 300 oder 400 Hektar anbauen, wenn die Kollegen mitziehen.”

Immerhin winken zwölf Mio. Mark Investitionskapital für das Gewerbegebiet Elsterwerda durch Hans Jackisch, der zusätzlich einen verbesserten Abnahmevertrag vorlegen kann: “In den sind die neuen Zahlen des brandenburgischen Amtes für Landwirtschaft eingeflossen. Die Zahlen sind günstig und sie kommen von einer neutralen Behörde.” Fünfjährige Abnahmeverträge sowie Finanzierung der Lagerhaltung sollen das Projekt für die Bauern zusätzlich attraktiver machen. Sollten die Großbetriebe einsteigen, werden auch weitere folgen, sei es als Mitglieder oder als Nutzer der Vorteile der Erzeugergemeinschaft wie z.B. die günstige Ernte- und Presstechnik.

Rund 40 Betriebe im Umland sind die potenziellen Partner des Projekts. Für Rolf Hahndorf, Chef der Schradenhof GmbH, ist längst klar, dass umgedacht werden muss: “Die Getreidepreise fallen. Die Streichung der staatlichen Subventionen steht bevor. Wir müssen uns umstellen.” Auch Dieter Kestin, Chef des Bauernverbandes Bad Liebenwerda-Herzberg, sieht das so, dennoch ist er unsicher: “Die Bauern kennen die neuen Zahlen. Ich glaube trotzdem nicht, dass sie sich vor der Erstellung ihrer neuen Anbaupläne im Herbst festlegen. Dann müssen sie sich wirklich entscheiden.” Nur, dann wird es zu eng für Jackisch: “So viel Zeit habe ich nicht.”

Autorin: Marion Kupfer (nova)
Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: www.lr-online.de, vom 22.05.2001.

Source: www.lr-online.de, vom 22.05.2001.

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