20 Juni 2008

Ein Motorradtank aus Nachwachsenden Rohstoffen

Mehrwerk entwickelt Designideen aus Nawaro

Ein Motorradtank, der zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, wurde vom Mehrwerk-Designlabors in Halle vorgestellt. Der Praxistest erfolgte am eigenen Motorrad, präsentiert wurde die Idee am vergangenen Donnerstag bei einem Workshop zum Thema “Leistungsstarke Faserverbunde aus regenerativen Rohstoffen”, zu dem das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik eingeladen hatte.

Tank_Mehrwerk.jpg“Wir wollen die Teilnehmer auf Ideen bringen”, sagt Andreas Krombholz vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) zur Mitteldeutschen Zeitung. Er kennt die Innovationsbarriere, wenn Firmen in Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen investieren wollen. “Da gibt es eine Kluft zwischen Forschung und Anwendung”, so Krombholz, der diese Lücke mit der Firma “Mehrwerk” aus Halle schließen will.

Für das zugehörige Projekt “Transdesign” erhielten die Fraunhofer-Forscher knapp 250.000 Euro vom Bundesverkehrsministerium. Gemeinsam wollen sie bis 2010 zeigen, dass es möglich ist, innovative Materialien zu vielfältigen, marktreifen Produkten zu verarbeiten.

Bereits 2007 erhielten beide Partner den Innovationspreis des in Hürth bei Köln ansässigen nova-Instituts für die Entwicklung eines aus einem Holzpolymerwerkstoff (WPC) hergestellten Regalsystems. Im Rahmen des neuen Projekts soll letzteres nun erweitert und ergänzt werden. Auch die Entwicklung von Fensterbänken und Laptop-Taschen aus WPC sei denkbar. Außerdem wolle man im Fraunhofer-Institut erreichen, dass die erdölbasierten Kunststoffe im Holzpolymerwerkstoff durch biologische Kunststoffe ersetzt werden.

Der Vorteil an der Zusammenarbeit liegt auf der Hand: “Wir sind zwei Partner mit jeweils ganz unterschiedlichen Kompetenzen, die sich aber gut ergänzen, wenn man ein neues Produkt entwickeln will”, so Sven Wüstenhagen. Mit nachwachsenden Rohstoffen wie Sisal, Flachs und Hanf zu experimentieren, das ist die Spezialität von Mehrwerk. Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen haben für die beiden Designer einen entscheidenden Vorteil: “Wir bekommen eine kostenlose Vorleistung aus der Natur”, so Oßwald, der in seiner firmeneigenen Werkstatt auch Prototypen baut. Auf diese Weise sind in der Vergangenheit bereits eine Babytrage aus Hanf und Fahrradschutzbleche aus Feigenbaumrinde oder Viskose entstanden. Das prominenteste Werkstück der Zusammenarbeit von Mehrwerk und Fraunhoferist die geplante Mammut-Rutsche am Landesmuseum, die bei Mehrwerk entworfen wurde. Sie wird vorwiegend aus Pappe, Hanf und einem Leinöl-Harz bestehen. Im Fraunhofer-Institut wurde sie bereits auf Festigkeit getestet.

Source: Mitteldeutsche Zeitung, 2008-06-19.

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