17 August 2005

EEG zeigt Wirkung – Landwirte in Bamberg bauen Vorzeige-Biogasanlage

Nie zuvor wurde in Deutschland so viel Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen wie im ersten Halbjahr 2005. Besonders auffällig ist die Steigerung bei der Verwertung von Biomasse: In diesem Bereich wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr als vier Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, mehr als 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Noch wesentlich größer ist die Steigerung bei der Nutzung der Sonnenenergie: Hier ging die Produktion um 50 Prozent nach oben, wobei sich der Gesamtertrag durch Photovoltaik im ersten Halbjahr auf 0,3 Milliarden Kilowattstunden beläuft. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2005 nach Schätzungen des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) 11,3 Prozent der gesamten Stromerzeugung durch erneuerbare Energien (Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik und Biomasse) gedeckt.

Der Bundesverband der Maschinenringe e.V. weist darauf hin, dass dieser erfreuliche Anstieg bei der Nutzung von natürlichen Ressourcen ohne die Innovationsfreude der deutschen Landwirte schwer vorstellbar ist. “Wir sehen bei unseren Mitgliedern, dass das Interesse an neuen Einkommensquellen durch Photovoltaikanlagen und Biogaskraftwerke sehr groß ist” sagt Hans-Markus Stölting, der Präsident des Bundesverbandes der Maschinenringe.

Maschinenringe helfen mit Know-How

Weil sich die Produktion von Strom seit der Einführung des Erneuerbaren Energie Gesetzes (EEG) im August 2004 auch finanziell rechnet, hat sich für die Landwirte ein neuer Einkommenszweig aufgetan. Die Bedeutung der Erzeugung von regenerativer Energie geht über die kurzfristige Ertragssituation jedoch weit hinaus: Wenn Wertschöpfungsketten entstehen, dann kann der Landwirt in mehrfacher Hinsicht profitieren. In Bayern zum Beispiel haben sich 53 Landwirte unter Federführung des Maschinenrings Bamberg e.V. zusammengetan und gemeinsam mit weiteren Investoren eine 3,6 Millionen Euro teure Biogasanlage gebaut.

Die Landwirte sind nicht nur am Ertrag durch die Stromeinspeisung (ca. 5 Millionen kWh pro Jahr) beteiligt, sondern sie bauen auch den Mais an, der in der Anlage vergoren wird. Die Wärme, die quasi als Nebenprodukt bei der Stromerzeugung entsteht, heizt die Gewächshäuser eines Maschinenring-Mitglieds, das eine Gärtnerei betreibt. Früher waren dafür rund 500.000 Liter Heizöl pro Jahr nötig. Auch Stadt und Landkreis konnten mit ins Boot geholt werden: In der Biogasanlage wird der gesamte Inhalt der Biotonnen aus Stadt und Landkreis verwertet. Das Konzept in Bamberg ist vielschichtig und beweist, welche Möglichkeiten sich auftun, wenn eine neue Technologie mit Phantasie und Tatkraft umgesetzt wird.

Den Erfahrungen der Maschinenringe in Deutschland nach führt die Förderung oder regenerativen Energien dazu, dass neue, langfristige und zukunftsweisende Projekte ins Leben gerufen werden. In den Maschinenringen wird das Know-How gebündelt und für alle interessierten Landwirte nutzbar gemacht. Inzwischen gibt es eine Vielzahl erfolgreicher Beispiele – von der Biogasanlage über Photovoltaik-Projekte bis hin zur eigenen Biodiesel-Tankstelle.

Weitere Informationen
BMR e.V.
Tel. 08431-6499-462,
E-mail: BMR.ev@maschinenringe.com

Source: Bundesverband der Maschinenringe e.V. vom 2005-08-17.

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