19 Mai 2005

EDR-Biotopf-Projekt / EDR-Biopotten Project

In Deutschland werden ca. 25.ooo t / Jahr an Kunststoff für die Herstellung von Pflanztöpfen eingesetzt. Bislang wurden Pflanztöpfe nicht als Verpackung gewertet. Somit sind Kunststofftöpfe nicht mit dem Grünen Punkt gekennzeichnet und das Duale System Deutschland (DSD) erhebt für die Entsorgung gebrauchter Pflanztöpfe kein Lizenzentgelt. Aufgrund einer EU-Richtlinie für Verpackungen vom Januar 2004 sollen Pflanztöpfe ab Sommer 2005 zu den Verpackungen zählen. Ausgenommen sind Blumentöpfe, in denen die Pflanzen während ihre Lebenszeit verbleiben, wie beispielsweise Zimmerpflanzen.

Betroffen von dieser Regelung wären somit insbesondere Pflanzgefäße der Beet- und Balkonpflanzen und Containerpflanzen. Durch das Lizenzentgelt wurde sich der Preis für den Kunststofftopf nahe zu verdoppeln. Eine Alternative bieten biologisch abbaubare Pflanztöpfe, die über die Biotonne oder den Hauskompost entsorgt werden. Gleichzeitig kann die Vermarktung gärtnerischer Erzeugnisse durch den Einsatz umweltfreundlicher Pflanztöpfe gefördert werden. Dennoch gibt es Handlungsbedarf, um den Preis und die Produkteigenschaften der Biotöpfe zu optimieren.

In dem grenzübergreifenden Projekt arbeiten niederländische und deutsche Experten aus der Wissenschaft und der Wirtschaft gemeinsam an der Optimierung und Markteinführung von bioabbaubaren Pflanzgefäßen für gärtnerische Produkte. Entwickelt und gestestet werden spezifische Stärkepflanztöpfe auf ihre Einsatzfähigkeit in den gärtnerischen Kulturen: Topfkräuter, Beet- und Balkonpflanzen, Stauden und Gehölze. Ausgangsmaterial für das Biokunststoffgranulat sind Kartoffel- und Maisstärke. Diese Granulate eignen sich zur Herstellung von Spritzgussprodukten, wie beispielsweise Pflanztöpfen, auf den bestehenden Produktionsanlagen der Kunststoffindustrie.

Der Biotopf ist optisch nicht von einem konventionellen petrochemischen Kunststofftopf zu unterscheiden. Der Biotopf besteht jedoch zu gut 80% aus nachwachsenden Rohstoffen und ist dadurch biologisch abbaubar. Im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes wird die Einsatzfähigkeit dieser biologisch abbaubaren Pflanztöpfe durch Praxisversuche in Gartenbaubetrieben der Ems-Dollart-Region geprüft. Die ersten Versuche zur Überprüfung der Pflanzenverträglichkeit und Gebrauchsfähigkeit der Biotöpfe sind bereits angelaufen.

Gefördert wird das Projekt durch die Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A der Europäischen Union, das Land Niedersachsen und dem Samenwerkingverband Noord Nederland (SNN). Projektträger ist die Landwirtschaftskammer Weser-Ems. Projektpartner sind das Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe (NaRo.Net) in Werlte, das Praktijkonderzoek Plant & Omgeving (PPO) der Universität Wageningen, die Firmen Rodenburg Biopolymers bv und Pöppelmann GmbH & Co. KG, die Gartenbauzentrale eG Papenburg und niederländische Gartenbaubetriebe. Die fachliche Projektbegleitung des zweijährigen Praxistests erfolgt durch die Forschungsgemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe e.V. (FBAW).

(Vgl. Meldung vom >2005-02-15.)

NaRo.Net
v.i.S.d..P. Dr. Rottmann-Meyer
Kompaniestraße 1,
49757 Werlte,
E-Mail: info@komnaro.de

Source: NaRo.Net Pressemitteilung vom 2005-05-13.

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