21 Oktober 2009

ECCO: Ultraschallverfahren für bessere Kurzfasern aus Hanf und Flachs

Farbunterschiede sowie optimierte chemische und physikalische Eigenschaften

Das Chemieunternehmen ECCO hat in den vergangenen Jahren neben der Produktion und den Vertrieb von Hochleistungsschmierstoffen ein weiteres Geschäftsfeld entwickelt und kontinuierlich ausgebaut: die Herstellung von Industriefasern auf der Basis nachwachsender Rohstoffe, vorzugsweise Flachs und Hanf.

Diese Fasern stellen Alternativen für umweltbelastende und potenziell krebserregende Faserstoffe dar, wie z.B. Asbest-, Aramid- oder Glasfasern. Da pflanzliche Naturfasern eine große Variationsbreite in Qualität und physikalischen Eigenschaften besitzen, können sie oftmals nur begrenzt industriell eingesetzt werden. Als Antwort hat ECCO das Ultraschallverfahren für solche Faserstoffe entwickelt. Dieser Prozess dient in erster Linie dazu, Pflanzenfasern in gut definierbarer Weise aufzuschließen und weiter zu veredeln. Erzeugt werden unterschiedliche Fasersorten in konstant hoher Qualität.

Solche Fasern sind als Prozess- oder als Verstärkungsfasern in vielen technischen Prozessen einsetzbar. Das resultierende Fasermaterial mit dem Markennamen SETRALIT unterscheidet sich in Farbe, in den chemischen und teilweise auch physikalischen Eigenschaften von den konventionellen “gerösteten” Naturfasern oder solchen, die allein durch mechanische Bearbeitung gewonnen wurden.

Hauptvorteile der Ultraschallfasern sind:

  • Geringere Qualitätsschwankungen als bei herkömmlichen Aufschlussverfahren.
  • Sehr geringer Anteil an Reststoffen (Staub, Pilzsporen, organische Begleitstoffe).
  • Helle Farbe, kein Eigengeruch.
  • Rasche Wasseraufnahme und hohe Saugwirkung.
  • Weicherer Griff als geröstetes Material.
  • Gute Voraussetzungen für Weiterveredlung.
  • Gesundheitlich unbedenklich.
  • Umweltfreundliche (CO2-neutrale) Herstellung.

Der Ultraschallprozess erlaubt die Nutzung von Naturfasern und Nebenprodukten der Faserproduktion (Schäben) in zahlreichen Anwendungen, die ursprünglich von Asbest, später von Asbestersatzstoffen wie Glas- oder organischen Chemiefasern beherrscht wurden. Wichtige Marktsegmente sind die Bau- und die Kunststoffindustrie, wo SETRALIT-Fasern in einem weiten Spektrum von Verbundwerkstoffen (“composites”) eingesetzt werden können – oder als Verstärkungsfasern in neuen Werkstoffen oder in Materialien, die bisher keine Fasern enthielten. Weitere potenzielle Märkte sind die chemische, die Papier- und die Textilindustrie.

In einem weiteren Projekt hat ECCO auf der Basis des Ultraschallverfahrens eine Technologie entwickelt, die für die Papierindustrie von größtem Interesse sein kann. Diese Methode reinigt Altpapier mittels Ultraschall durch Zerstörung von Schmutzpunkten und deren anschließende Beseitigung durch Flotation (“deinking”) und stellt eine umweltschonend sowie Energie und Kosten sparende Alternative zur herkömmlichen Disperger-Technologie dar.

Source: Setral Chemie GmbH, 2009-10-13.

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