14 April 2004

Dynamische Prozesskontrolle maximiert Biogaserträge

Forschungsergebnisse bereits erfolgreich im Praxiseinsatz

Im Rahmen eines durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) geförderten Projektes hat die Firma UTEC GmbH ein Optimierungsverfahren für Biogasanlagen entwickelt. Es ist dem Betreiber damit möglich, den biologischen Prozess zeitnah zu erfassen und bei Bedarf einzugreifen. Damit können Biogasanlagen besser ausgelastet und Störungen vermieden werden.

Nach wie vor ist der Fermenter für viele Betreiber ein Buch mit sieben Siegeln. In seinem Inneren spielen sich biologische Prozesse ab, die vergleichbar mit einer Black Box nach außen verborgen bleiben. Oftmals ist die produzierte Gasmenge die einzige aussagekräftige Messgröße für den Betreiber. Dabei ist der Gärbehälter das Kernstück einer jeden Biogasanlage. Liegt in ihm etwas im Argen, so wirkt sich das auf den Rest der Anlage und insbesondere auf die Gaserträge aus. Licht ins Dunkle bringt das Verfahren der UTEC GmbH Bremen. Zunächst in dem Projekt “Prozesskontrolle und Anlagenführung landwirtschaftlicher Biogasanlagen durch dynamische Betriebsweise” erforscht, bewährt sich das Verfahren derzeit in drei niedersächsischen Anlagen.

Dort werden mit Hilfe einer kostengünstigen Messtechnik in kurzen, regelmäßigen Abständen Daten ermittelt, die präzise über die biologischen Prozesse im Fermenter informieren. Der Betreiber kann dadurch sehen, ob seine Anlage nahe der Überlastung läuft oder ob die verfügbaren Potenziale längst nicht ausgeschöpft sind.

Neben der Analyse von Prozessabläufen bietet die dynamische Betriebsführung zudem den Dialog mit dem Gärbehälter. Wird dem Fermenter beispielweise mehr Substrat zugeführt, reagiert die Biologie umgehend und liefert neue Messergebnisse. Diese erlauben dann wiederum konkrete Aussagen über den Zustand der Anlage. Der Betreiber erfährt so, wo die Belastungsgrenze seiner Anlage liegt und welchen Substratmix er am besten einsetzt.

Harm Grobrügge aus Westervesede ist einer der ersten Landwirte, der im Dialog mit seinem 350m3-Fermenter steht. “Unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt ist das Verfahren für mich das Ei des Columbus. Ehrlich gesagt habe ich meine Biogasanlage vorher mehr oder weniger im Blindflug betrieben. Das hat jetzt ein Ende”. Anhand der Gärtestkurven, die sich aus den absoluten Messzahlen ergeben, sieht Harm Grobrügge, wie effizient die Anlage zu diesem Zeitpunkt fährt. “Läuft etwas nicht wie gewünscht, so kann ich sofort durch andere Substratmischungen und -mengen reagieren.” Betriebsausfälle können dadurch von vornherein ausgeschlossen werden. Das spart Kosten, Zeit und Ärger und relativiert die Investitionskosten, die sich zwischen 5.000 und 15.000 Euro bewegen. “Alles in Allem ist die dynamische Prozessführung für mich ein enormer Gewinn. Meine Anlage ist optimal eingestellt und mein Arbeitsaufwand ist zudem geringer geworden”, resümiert Harm Grobrügge.

Detailinformationen sind bei der UTEC GMBH erhältlich: Tel.: 0421-3 86 78-80 , E-Mail: utec@utec-bremen.de

Source: Pressemeldung Nr. 339 der FNR vom 2004-04-08.

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