15 April 2008

Dünger und Hautcremes aus Lederabfällen

Brasilien, Indien und China als Hauptabsatzmärkte

Die in Arzignano bei Vicenza beheimatete Ilsa hat eine innovative Methode zur Herstellung von Düngerprotein entwickelt. Ausgangsmaterial sind die aus den zahlreichen italienischen Gerbereien und Schuhfabriken anfallenden Lederreste, die andernfalls auf der Deponie landen würden. In die Optimierung der Herstellungstechnik sind sechs Mio. Euro investiert worden.

“Aus den 120 Tonnen pro Woche angelieferten Abfallmaterial stellen wir 70 Tonnen Düngerprotein her”, erklärte Firmenchef Paolo Girella. “Die übrigen 50 Tonnen gehen als Abwasser in die firmeneigene Kläranlage. Ermöglicht wird die Abtrennung der Wassermoleküle durch den Einsatz von Enzymen. Den gleichen Erfolg erzielen wir auch mit einer Erhitzung auf 170 bis 180 Grad Celsius unter einem gleichzeitigen Anpressdruck von sechs bar.”

“Unsere Kunden sind neben Landwirtschaft und Gartenbau vor allem die Kosmetikprodukte herstellenden Unternehmen”, so Girella weiter. Außerdem werde das Produkt in der Textilindustrie zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Textilfäden verwendet. Seit einigen Monaten arbeiten die Universitäten von Padua und Bologna außerdem an einem Verfahren, das eine Aufbereitung von Rückständen der Fruchtsaftindustrie zum Ziel hat.

Die ursprünglich auf Müllentsorgung spezialisierte Ilsa wurde im Jahre 1956 in Verona gegründet. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen in weltweit 27 Ländern Lederprotein im Wert von 21 Mio. Euro. Als vielversprechende Absatzmärkte bezeichnet Paolo Girelli vor allem Brasilien, Indien und China. Neuerdings würden sogar chinesische Biolandbetriebe beliefert. Eine wissenschaftliche Zusammenarbeit bestehe mit zahlreichen in- und ausländischen Forschungseinrichtungen, darunter die Universität von Piacenza sowie die Technischen Hochschulen in Kassel, Los Angeles und Washington.

Source: pressetext, 2008-04-14.

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