9 August 1999

DNS-Test zum Cannabis-Nachweis entwickelt

Am gerichtsmedizinischen Institut der University of Strathclyde in Glasgow ist ein extrem empfindlicher DNA-Test auf Cannabis-Kontakt entwickelt worden. Die Forscher identifizierten DNS-Sequenzen innerhalb der Chloroplasten, die charakteristisch für Cannabis sativa und sonst in keiner anderen Pflanze zu finden sind. Da der patentierte Test die Menge an DNS vervielfältigt, funktioniert er auch bei kleinsten Spuren einer Probe. Theoretisch kann ein einzelnes Molekül der Cannabis-DNS nachgewiesen werden. Eine ausführliche Darstellung findet sich in der kommenden Ausgabe von “Science and Justice”.
Ob der Test jemals zum Nachweis von Cannabis-Kontakt im Drogenbereich eingesetzt werden kann, ist aufgrund der extremen Empfindlichkeit fraglich, da auch unwissentlich mit geringen Spuren von Cannabis in Berührung gekommene Personen verdächtigt werden könnten. Chris Evans von Surescreen Diagnostics in Derby, einer Firma für Drogentest-Ausrüstungen, sagt, dass es leicht möglich sei, unschuldige Personen zu belasten. “Wenn sie nur ein einem gebrauchten Auto gefahren sind, dessen vorheriger Eigentümer Cannabis konsumiert hat, können sie bereits genug davon an den Händen haben, um den Test positiv ausfallen zu lassen”, warnt er. Außerdem würden bereits viele Banknoten Spuren von Cannabis tragen.
Nicht eingegangen wird auf die Probleme im Nutzhanfbereich. Jeder der mit THC-armen oder auch THC-freien Nutzhanf-Produkten in Berührung kommt, wird mit dem neuen DNS-Test positiv getestet. Selbst bei
Festlegung einer Nachweisegrenze düfte der Test daher kaum aussagekräftig sein, da eine Unterscheidung von Drogen- und Nutzhanf-Kontakt nicht möglich ist.

Autor und Endredaktion: Michael Karus (nova)
Quelle: Spektrum Ticker vom 09.08.99 (dort als Quelle angegeben: New Scientist)

Source: Spektrum Ticker vom 09.08.99 (dort als Quelle angegeben: New Scientist)

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