10 April 2014

Die Deutschen Biotechnologietage 2014 – Forschung für biobasierte Wirtschaft

Die Besucher erwartet eine Vielzahl an Innovationen sowie Projektergebnissen aus der Bioökonomie

Wie entwickelt sich in Deutschland eine biobasierte Wirtschaft? Welche neuen Ansätze werden in Chemie-, Pharma- und Ernährungsindustrie verfolgt? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der „Deutschen Biotechnologietage 2014“, die am 9. und 10. April in Hamburg vom Branchenverband BIO Deutschland organisiert werden, unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bei der diesjährigen fünften Ausgabe erwarten die Veranstalter mehr als 700 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Das BMBF steuert mehrere Forschungs-Symposien bei. Staatssekretär Dr. Georg Schütte prämiert am zweiten Tag die Preisträger des Gründungswettbewerbs GO-Bio.

Das BMBF nutzt die Biotechnologietage um neueste Ansätze aus der Forschung zu präsentieren. Projektleiter von insgesamt 32 geförderten Projekten berichten in vier unterschiedliche Symposien über ihre Ergebnisse, darunter eine Vielzahl an Innovationen aus der Bioökonomie. Im Rahmen der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ setzt sich das BMBF seit 2010 für den Wandel zu einer biobasierten Wirtschaft ein. Mit ihrem Fokus auf der Nutzung von biologischen Ressourcen spielen biotechnologische Verfahren dabei eine wichtige Rolle. Der Projektträger Jülich ist im Rahmen der Bioökonomie-Aktivitäten des BMBF für die Betreuung der Förderprogramme zuständig. Die Wissenschaftler berichten zum Beispiel in Hamburg über:

  • Die Gewinnung von Biokraftstoffen aus der genügsamen Wolfsmilch. Die Pflanze wächst auf sehr kargen, trockenen Böden – und verdrängt daher keine Nahrungspflanzen. (Dr. Hans-Peter Mock, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung)
  • Wege, natürliche Antikörper gegen Krebszellen aus dem reichlich vorhandenen Blutplasma zu gewinnen (Dr. Frank Plöger, BIOPHARM GmbH)
  • Laser-geheizte Nanopartikel, die Millionen mal schneller als bislang verdächtige DNA-Stücke identifizieren und damit blitzschnell Diagnosen von Erkrankungen liefern (Dr. Federico Bürsgens, GNA Biosolutions GmbH)

Das „Haus- und Arbeitstier“ der Biotechnologen, die Bakterie Corynebacterium, könnte neben Glutamat und Aminosäuren noch viele weitere Ausgangsstoffe für die industrielle Produktion liefern (Prof. Michael Bott, Forschungszentrum Jülich GmbH)

Kostengünstige Depotarzneimittel, die in Zukunft deutlich weniger Nebenwirkungen versprechen. Davon könnten vor allem chronisch kranke Patienten profitieren (Dr. Heiko Seemann ALRISE Biosystems GmbH)

Ergebnisse der Biotechnologie-Firmenumfrage

Pünktlich zu den Biotechnologietagen erscheinen zentrale Ergebnisse der „Biotechnologie-Firmenumfrage 2014“. Der Branchenreport wird jedes Jahr von der Informationsplattform biotechnologie.de im Auftrag des BMBF nach den Leitlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt. Für 2013 zieht der Report ein durchwachsenes Fazit: Die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen der Branche stagnieren auf Vorjahresniveau, allerdings hat sich die Finanzierung an der Börse leicht verbessert. Zudem ist das Interesse der Großindustrie an Biotech-Produkten ungebrochen – nicht nur in der Gesundheitswirtschaft, sondern zunehmend auch in der Bioökonomie. Immer häufiger werden biotechnologische Verfahren in klassischen Industrien wie dem Automobilbau, der Chemie oder der Kosmetik eingesetzt. Die hier entwickelten biobasierten Produkte reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle und schonen so Klima und Umwelt. Dieser Trend zeigt sich auch im leicht gestiegenen Umsatz der industriellen Biotech-Firmen.

Über den Projektträger Jülich
Als einer der großen Projektträger in Deutschland ist der Projektträger Jülich Partner für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Mit seinen Kompetenzen im Forschungs- und Innovationsmanagement unterstützt er seine Auftraggeber in Bund und Ländern sowie die Europäische Kommission bei der Realisierung ihrer forschungspolitischen Zielsetzungen. Förderinteressenten und Antragsteller berät er über aktuelle Förderinitiativen und betreut sie bei der Vorbereitung und Umsetzung ihrer Vorhaben.

Kontakt
Dipl.-Biol. Ulrike Roll
Projektträger Jülich
Forschungszentrum Jülich GmbH
Biologische Innovation und Ökonomie
Fachbereich Strategie (BIO 1)
D-52425 Jülich
Tel.: +49 2461 61-9030
Email: u.roll@fz-juelich.de

Weitere Informationen
http://www.biotechnologietage.de

 

Source: Projektträger Jülich, Pressemitteilung, 2014-04-07.

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