30 August 2005

Deutschlands Energiepflanzen boomen

Nach Hochrechnung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe sollen in diesem Jahr bei einer Anbaufläche von 1,4 Mio. ha Raps insgesamt 1,9 Mio. t Öl in Produktion gehen. Deutschland verarbeitet die Ölsaat in mittlerweile 13 Industrieanlagen und 220 dezentralen Ölmühlen. In die Produktion von RME (Rapsmethylester = Biodiesel) fließen jährlich rund 1 Mio. t des Öls – ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2004.

Dies ist nicht zuletzt auf die Änderung des Mineralölsteuergesetzes zurückzuführen, wonach auch der biogene Anteil in Mischkraftstoffen steuerbefreit wurde. Seitdem die großen Mineralölkonzerne dem herkömmlichen Diesel bis zu 5% Biodiesel zumischen, ist der Absatz hiervon rasant gestiegen.

Wie die Bundesanstalt für Ernährung meldet, haben deutsche Ölmühlen für die Ernte 2005 zusätzliche 126.000 ha Rapsanbauflächen aus benachbarten EU-Mitgliedsländern unter Vertrag gestellt. Außerdem haben Deutschland und Frankreich ein gemeinsames Memorandum verfasst, welches den Ausbau von Biokraftstoffen in den anderen EU-Staaten dringlich anrät.

Zunehmend – und vor allem durch die Rücknahme der Steuerbeihilfe für Agrardiesel – wird für die Landwirtschaft der Einsatz von Pflanzenöltreibstoff attraktiv. Im Gegensatz zu Biodiesel mit rund 90 Cent pro Liter ist Pflanzenöl bereits für ca. 70 Cent / Liter zu tanken.

Die Motorumrüstung amortisiert sich für einige Landwirte bereits innerhalb von einem Jahr, wobei die Umrüstkonzepte zunehmend ausgereifter und bei steigender Nachfrage auch immer günstiger werden. Eine DIN-Norm soll in Kürze auch für eine verlässliche Qualität des Rapsölkraftstoffs sorgen.

Neben Raps ist auch der Silomais zur Biogasnutzung zunehmend auf deutschen Äckern zu finden. Rund 200 ha Anbaufläche benötigt eine 500 kW-Anlage – Anlass für Kritiker, eine entstehende “Monokultur” zu bemängeln.

Hierbei ist allerdings fachlich zu entgegnen, dass Monokulturen jährlich die gleichen Flächen besetzen, was in der Regel hier nicht der Fall ist. Speziell bei Raps werden zur Vermeidung von Pflanzenkrankheiten zwei Jahre Anbaupause eingehalten, bei Mais hat sich inzwischen eine vorherige Begrünung z.B. mit Grünroggen durchgesetzt.

(Vgl. Meldungen vom 2005-08-11, 2005-07-06, 2005-06-21 und 2005-04-20.)

Source: VDI nachrichten vom 2005-08-26.

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