1 Juni 2012

Deutschland: Tag der Nachhaltigkeit

Baum fällen, Holz nutzen, Baum pflanzen

Am Tag der Nachhaltigkeit lohnt der Blick zur Forst- und Holzwirtschaft, die dieses Prinzip vor 299 Jahren erfunden hat. Der Begriff wird heute vielfältig genutzt, oft auch überstrapaziert. Doch nur wenige arbeiten tatsächlich so nachhaltig wie die Förster und Waldbesitzer – zum Wohle für Umwelt und Gesellschaft.

Am 4. Juni ist der deutsche Aktionstag Nachhaltigkeit – Anlass für die Vertreter der Forst- und Holzwirtschaft, den Blick auf ihre Leistung zu lenken. Sie wendet das Prinzip der Nachhaltigkeit fast 300 Jahre an, hat in dieser Zeit die nachhaltige Waldbewirtschaftung kontinuierlich weiterentwickelt und gilt damit heute weltweit als vorbildlich. Denn das System ist so simpel wie genial: Es wird so gewirtschaftet, dass der nachfolgenden Generation ein intaktes und nutzbares Ökosystem übergeben werden kann. Ein Baum wird gefällt, das Holz wird genutzt und viele Bäume wachsen nach. Ganz im Sinne der modernen Definition des Begriffs Nachhaltigkeit kommen alle zu ihrem Recht: Die Umwelt in punkto Klima- und Artenschutz, die Gesellschaft bezüglich Arbeitsplätze und Erholungsraum und die Wirtschaft hinsichtlich Gewinn und Wettbewerbsfähigkeit.

“Leider denken immer noch zu viele, dass es prinzipiell dem Wald und der Natur schadet, einen Baum zu fällen. Wir erleben leider immer wieder, dass die Menschen nicht unterscheiden zwischen Raubbau in zahlreichen Regionen der Welt und nachhaltiger naturnaher Waldwirtschaft in Deutschland”, sagt Lars Schmidt, Generalsekretär des Bundesverbands der Säge- und Holzindustrie Deutschland e. V. (BSHD) anlässlich des Aktionstages des Nachhaltigkeitsrates in Berlin. Der BSHD hat die nachhaltige Wirkung des so genannten Clusters Forst und Holz zusammengefasst, da der Begriff heute vielfältig genutzt wird, aber tatsächlich selten echte “Nachhaltigkeit” dahinter steckt:

Waldfläche nimmt zu
Was für viele Tropenwälder gilt, ist nicht auf unsere heimischen Wälder übertragbar. Raubbau findet hierzulande nicht statt. Im Gegenteil: Der jüngste Waldbericht der Bundesregierung bestätigt der Forst- und Holzwirtschaft eine nachhaltige und umweltfreundliche Arbeitsweise. Durch die ressourcenschonende Bewirtschaftungsform ist Deutschland heute mit den höchsten Holzvorräten der Europäischen Union Spitzenreiter. Die Waldfläche nimmt bei uns sogar beständig zu – in den vergangenen 40 Jahren um eine Fläche von etwa zwei Millionen Fußballfeldern.

Bäume und Holzprodukte binden Kohlenstoff
Holz ist ein idealer Kohlenstoffspeicher. Im Verlauf seines Wachstums entzieht ein Baum klimaschädliches CO2 aus der Luft. Dieses wird durch die Verarbeitung langfristig, und für die Umwelt gefahrlos, in Holzprodukten deponiert. Gleichzeitig wachsen in unseren Wäldern neue Bäume, die weiterhin Kohlenstoff binden. Wird ein Baum nicht genutzt und verarbeitet, sondern stirbt auf natürlichem Wege ab, wandelt sich der überwiegende Teil des darin gebundenen Kohlenstoffs im Prozess der Verrottung wieder in CO2 um, das in die Atmosphäre abgegeben wird.

Holzprodukte schonen das Klima
Holz ist eine umweltfreundliche Alternative zu anderen Materialien. Der Holzwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Richter bestätigt: “Die Speicherwirkung durch eine Holzverwendung in langlebigen Produkten, insbesondere im Bauwesen, wird durch die so genannte Substitutionswirkung noch erweitert. Sie entsteht, wenn Holz andere Produkte ersetzt, bei deren Herstellung mehr CO2 emittiert worden wäre.” Ein Dachstuhl aus Holz bindet CO2 beispielsweise mehrere hundert Jahre. Holzfasern in einem Milchkarton werden mehrere Male recycelt und Kohlendioxid bleibt im Produkt gebunden. Und am Ende ihres Lebenszyklus liefern Holzprodukte durch eine CO2-neutrale Verbrennung klimafreundliche Energie. Auf www.holzproklima.de kann man sehen, wie viel CO2 die Nutzung von Holz jede Sekunde einspart.

Wirtschaftswälder sind artenreich
Der deutsche Wald ist ein Mischwald. In der Nachkriegszeit mussten die kriegsgeschädigten Wälder mit schnell wachsenden Nadelholzbaumarten zunächst aufgeforstet werden. In den letzten Jahrzehnten wurden diese Monokulturen allerdings nach und nach wieder mit anderen Baumarten gemischt. Durch eine sorgsame und generationenübergreifende Bewirtschaftung wurden Deutschlands Wälder dadurch wieder stabiler und damit fit für den Klimawandel gemacht. Waldbesitzer und Forstleute steuern hierbei gezielt die Baumartenzusammensetzung und sorgen für Nachwuchs. Heute sind 75 Prozent der Waldfläche in Deutschland artenreicher und strukturreicher Mischwald. Übrigens: In einem naturnah bewirtschafteten Wald leben mitunter mehr Pflanzen- und Tierarten als in einem sich selbst überlassenen Wald.

Sektor Forst und Holz schafft Wohlstand
Unternehmen der Forst- und Holzindustrie sind moderne und hoch technologisierte Betriebe. Der gesamte Wirtschaftssektor ist einer der größten Arbeitgeber und eine der umsatzstärksten Branchen Deutschlands. Die Produkte der Forst- und Holzwirtschaft sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Aus Holz sind Dachkonstruktionen und natürlich Holzhäuser, Möbel, Treppen, Fußböden, Zeitungen, Kaminholz – aber auch Babywindeln, Toilettenpapier und Taschentücher. Was viele nicht wissen: Auch Viskosefasern für unsere Kleidung sind aus Holz.

Source: Arbeitsgemeinschaft der Rohholzverbraucher, Pressemitteilung, 2012-06-01.

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