19 Juni 2006

Deutschland: Kartoffeln als Impfstoff-Lieferanten

Die Universität Rostock darf genetisch veränderte Kartoffeln, die Impfstoffe produzieren, in einem Freilandversuch testen. Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz habe die Freisetzungen östlich von Rostock am 14. Juni genehmigt, zitiert der Agrarpressedienst AIZ eine Meldung der DPA.

Es handle sich um drei Kartoffellinien mit verschiedenen gentechnischen Veränderungen. Der mit Auflagen genehmigte Versuch berge keine Gefahren für Mensch oder Umwelt. Die erzeugten Kartoffeln müssten nach ihrer Analyse vernichtet werden, schreibt das Bundesamt vor.

Eine Kartoffellinie soll ein ungiftiges Eiweiss des Cholera-Giftes bilden. Es kommt den Angaben zufolge als Hilfsstoff bereits heute zur Immunisierung gegen Cholera und andere durch Bakterien hervorgerufene Durchfallerkrankungen zum Einsatz.

Bei der zweiten Linie sollen die veränderten Kartoffeln den Bestandteil eines Impfstoffs produzieren, der gegen eine Kaninchen-Seuche eingesetzt werden könnte.

In der dritten vom Bundesamt zur Freisetzung genehmigten Linie sollen Knollen ausgebracht werden, die ein spezielles Eiweiss produzieren, das als Rohstoff in der Bauchemie und in der Waschmittelindustrie Verwendung finden könnte, heisst es weiter.

(Vgl. Meldungen vom 2004-07-14 und 2003-05-15.)

Source: Agrigate.ch vom 2006-06-16.

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