2 Juli 2009

Deutschland: Ein Sommer, 150.000 Tonnen Holzkohle

Deutscher Hersteller bezweifelt Importquote von 98%

In diesem Jahr verbrauchen die Bundesbürger rund 150.000 Tonnen Holzkohle. 98 Prozent davon werden nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Holz verarbeitenden Industrie (HDH) importiert. Der Großteil kommt aus Polen, dicht gefolgt von den Ländern Südamerikas. Einige Tonnen kommen sogar vom weit entfernten Australien.

In den rund 39 Millionen deutschen Haushalten gibt es etwa 20 Millionen Holzkohlegrills, auf jedem werden statistisch gesehen rund 8 Kilogramm Holzkohle pro Jahr “verfeuert”. Mit dieser Menge können 45 Würstchen oder 30 Koteletts gebraten werden. In vielen Ländern außerhalb Europas wird die Holzkohle jedoch nicht zum Grillen und zum Wochenendspaß verbraucht, sondern zum alltäglichen Zubereiten von Speisen.

Holzkohle wird – wie bei der altertümlichen Meilerverkohlung – unter Ausschluss von Sauerstoff und durch Erhitzung aus kleinen Holzstücken hergestellt. Durch dieses Verfahren ist das Holz durch und durch schwarz, besteht also aus komprimiertem Kohlenstoff, und bringt dadurch intensivere und längere Brennwärme. Diese poröse Holzkohle gehört als Material nicht zur Familie der fossilen Brennstoffe wie Steinkohle und Braunkohle. Überall wo Rauch- und Flammbildung vermieden werden soll, kommt die Biomasse Holzkohle zum Einsatz. Holzkohle wird auch zum Filtern und Reinigen zum Beispiel bei der Herstellung von Wodka benutzt, oder in Form von Kohletabletten zur Reinigung des Magen-Darm-Trakts. In unseren Breiten verkauft sie sich aber insbesondere als Grillkohle.

Beim einzigen deutschen Holzkohlehersteller im industriellen Maßstab, der ProFagus GmbH in Bodenfelde/Süd-Niedersachsen, zweifelt man gemäß einem IHB-Bericht die vom HDH genannte Importquote an. Bei Profagus verarbeiten 130 Mitarbeiter jährlich 100.000 t Buchenindustrieholz und Buchen-Sägerestholz zu 25.000 t bis 30.000 t Holzkohle. Der Verkauf erfolgt überwiegend in Deutschland.

Weitere Informationen
Grillkohle aus FSC-zertifiziertem Holz: Anbieterliste

Source: Hauptverband der Deutschen Holz verarbeitenden Industrie (HDH), Pressemitteilung, 2009-06-29 und IHB, 2009-06-29.

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