2 September 2003

Deutscher Holzwirtschaftsrat sieht Benachteiligung von Dämmstoffen auf Holzbasis

Von der Bundesregierung wurde vor kurzem ein Förderprogramm für Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen geschaffen, mit dessen Durchführung die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe beauftragt ist. Das Programm unterstützt diejenigen, die beim Bau oder der Modernisierung umweltfreundliche Dämmstoffe einsetzen. Die Förderung beträgt 30 bis 40 Euro/m2.

Mit großem Erstauen stellt der Deutsche Holzwirtschaftsrat fest, dass zu den förderfähigen Dämmstoffen keine Produkte auf der Basis von Holz gehören und damit der wichtigste nachwachsende Rohstoff benachteiligt wird. Ebenso erstaunt die Tatsache, dass mit dem höheren Fördersatz nur Produkte mit natureplus-Prüfzeichen gefördert werden. natureplus verlangt zudem die Zertifizierung nach FSC.

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat sieht hier eine unterschiedliche Behandlung in doppelter Hinsicht: Die Nichteinbeziehung von Holzdämmstoffen in die Förderung und die Bevorzugung der FSC-Zertifizierung. Letzteres wird auch bei anderen Holzprodukten praktiziert. So sieht z. B. der Entwurf der Vergaberichtlinien von natureplus für naturbelassenes Vollholz vor, dass nur Holzprodukte anerkannt werden, die eine Zertifizierung durch FSC oder Naturland nachweisen.

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat ist der Auffassung, dass eine solche Handhabung, die mit Unterstützung des zuständigen Verbraucherministeriums erfolgt, nicht mit den Zielen der Charta Holz vereinbar ist und fordert, dass eine Gleichstellung bzw. Einbeziehung von Holzdämmstoffen in das Förderprogramm erfolgt und anerkannte Zertifizierungssysteme gleichbehandelt werden.

© holz.de 2003

(Vgl. Meldungen vom 2003-08-27 und 2003-05-15.)

Source: holz.de vom 2003-09-01.

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