23 November 2009

Deutsche Gesellschaft für Holzforschung meldet Insolvenz an

Hintergrund ist die Auflösung des Holzabsatzfonds durch Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Die Deutsche Gesellschaft für Holzforschung (DfGH) sieht ihre Zahlungsfähigkeit auf Dauer nicht mehr gewährleistet. Mit Datum vom 18.11.2009 hat sie deshalb beim Amtsgericht München die vorläufige Insolvenz angemeldet.

Aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes vom 12.05.2009 zur Frage der Rechtmäßigkeit des Holzabsatzfonds (HAF) und der darauf folgenden Auflösung des HAF, verlor die DGfH die grundlegende finanzielle Basis für ihren laufenden Betrieb. Darüber hinaus ergaben in den letzten Jahren veränderte Finanzierungsrichtlinien für die Abwicklung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geringere Einnahmen aus diesem Bereich. Die bei einer Sitzung am 14.11.2009 vorgenommene Prüfung der Verhältnisse führte zu der Erkenntnis, dass die Zahlungsfähigkeit der DGfH auf Dauer nicht mehr gewährleistet ist und damit zu der Entscheidung, in den kommenden Tagen beim Amtsgericht München die vorläufige Insolvenz der DGfH anzumelden. Dies erfolgte mit Datum vom 18.11.2009.

Das Präsidium versucht nun Mittel und Wege zu finden, um die Querschnittsaufgabe der Koordinierung, Initiierung und Prüfung von FuE-Projekten in der Forst- Holz- und Papierbranche mit einer entsprechenden Neuausrichtung auch zukünftig durchführen zu können. Man war sich darüber einig, dass es auch künftig einer schlagkräftigen Organisation bedarf, die den Forschungsbedarf der Branche formuliert und an die Politik national und international kommuniziert. Man war sich auch einig, dass dies ein ureigenes Brancheninteresse ist, das von der Branche in Zukunft zum größten Teil selbst finanziert werden muss. Zu diesem Zweck soll Anfang 2010 eine außerordentliche Mitgliederversammlung der DGfH einberufen werden, um entsprechende Pläne zu entwickeln und möglicherweise zu beschließen.

Die Zukunftsperspektiven einer neuen DGfH sollen unter anderem in der Übernahme von Aufgaben in der vorwettbewerblichen Forschungslandschaft, sowie in der Einflussnahme auf neu zu gestaltende staatliche Forschungsprogramme bei Bund, Ländern und europäischer Ebene und in enger Abstimmung mit der FTP.

Inwieweit die derzeit in Diskussion befindlichen Aktivitäten der Plattform Forst & Holz für die Zukunft der DGfH eine wichtige Rolle spielen können, wird eines der wichtigsten Entscheidungskriterien sein. Über die weitere Abwicklung, der bei der DGfH noch laufenden FuE-Projekte wird zurzeit mit den zuständigen Stellen verhandelt.

Source: Deutscher Landwirtschaftsverlag, Pressemitteilung, 2009-11-19.

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